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Columbus reinigt die Halle

Flintbek Columbus reinigt die Halle

Columbus geht gerade in der Eiderhalle auf große Fahrt. Der spanische Entdecker hat sich nicht im Jahrhundert geirrt. Das Reinigungsgerät, mit dem Hallenwart und Schulhausmeister Hartmut Brüning arbeitet, trägt den Namen des Seefahrers.

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Mit Columbus ins Unternehmen Bodenpflege: Hallenwart und Hausmeister Hartmut Brüning reinigt in den Sommerferien die Lauffläche der Dreifeldhalle.

Quelle: Beate König

Flintbek. Mit Wasser kommt das 800-Watt-Gerät erst in der zweiten Reinigungsphase in Kontakt. Einmal im Jahr holt Brüning die Schutz- und Schmutzschicht vom 900 Quadratmeter großen Feld. „In den Poren der Oberfläche setzen sich Sportschuh- und Ballabrieb, dazu Schmutzpartikel ab.“

 Rotierende Pads, die so kratzig wie ein Topfreiniger sind, befreien den PVC vom Grauschleier. Mit 300 Umdrehungen pro Minute arbeitet Columbus’ Drehteller dafür ein anlösendes Hochleistungsreinigungsmittel in die Deckschicht auf dem Kunststoff. Erfindung des Hallenwarts, um den Andruck zu erhöhen: Er legt ein zehn Kilogramm schweres Gewicht auf die Motorhaube. „Das leih’ ich mir von den Prellballspielern aus.“

 Klares Wasser reicht zum Reinigen in Phase zwei. In der Schlussrunde steht Columbus am Spielfeldrand, ausgewechselt gegen ein Poliergerät, das mit bis zu 1400 Umdrehungen pro Minute eine hauchdünne Wachsschicht aufträgt, dabei leicht erwärmt und glättet. Der neue Schutzauftrag glänzt nur spiegelglatt. Er ist extrem griffig.

 Brüning hat sich über Jahre die Kunst der optimalen Reinigung des Sporthallenbelags vertieft. Anlass war eine Entdeckung: „Als ich vor 20 Jahren hier als Hallenwart anfing, war der Boden dunkel anthrazitfarben.“ Das PVC war regelmäßig gepflegt, aber zwischendurch nicht gereinigt worden. Mit dem Spachtel holte Brüning damals die dunklen Schichten vom PVC. Der darunter verborgene, lichtgraue Belag weckte seinen Ehrgeiz. So sollte der Boden immer aussehen.

 Er besuchte ein Reinigungsseminar und lernte: „Das Reinigungsmittel soll für dich arbeiten, nicht umgekehrt.“ Fachfirmen beraten den Großraumreiniger inzwischen bei der Wahl der Mittel. Hochwertiges, biologisch Abbaubares ist Standard. Damit keine Risse in der Schutzschicht entstehen, entschied sich Brüning gegen lackähnlich aushärtende Substanzen und für Wachs, das sich flexibel den Bodenbewegungen anpasst.

 Drei Wochen in den Erhalt des Bodens zu investieren, auch wenn es bedeutet, dass Brüning werktags von sechs bis 15 Uhr durchgängig in der Halle ist, die Schul-Reinigungskraft Uta Claussen in der Grundreinigungsphase halbtags, ist gerechtfertigt. Der Schwingboden ist in Schuss. Die Halle hat nach 40 Jahren immer noch den ersten Belag.

 Lob vom Bauamtsleiter Stefan Bettin und von den Sportlern bestätigen Brüning in seinem Pflege-Ehrgeiz. Columbus muss weiter jedes Jahr durch die Eiderhalle fahren.

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