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Pokale wandern auf den Müll

Brügge Pokale wandern auf den Müll

15 Gewehre sollen ebenso verkauft werden wie die technische Ausstattung des Schießstandes. Was aus dem Clubheim wird, weiß noch niemand. Nach ihrer Auflösung zum Jahresende wickeln die Brügger Eiderschützen ihr Vermögen ab. Pokale, die keines der ehemaligen Mitglieder mitnehmen möchte,m wandern auf den Müll.

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Liquidator Norbert Baschke präsentiert eines der neueren Luftgewehre, die verkauft werden sollen.

Quelle: Frank Scheer

Brügge. In den Vitrinen glänzt und blitzt es nur so. Über 100 Pokale im Clubheim erinnern noch an die glanzvolle und bessere Zeit der Brügger Eiderschützen. „Bald kommen die weg. Und wenn sie nicht von Mitgliedern mitgenommen werden, wandern sie in den Müll“, sagt der ehemalige Vorsitzende Norbert Baschke, der zusammen mit dem bisherigen Vorstandsmitglied Frank Schäfer als Liquidator die Vereinsauflösung abwickelt.

 Bis Ende Juni wird der Schützenverein, dessen Existenz Ende 2015 offiziell endete, von der Bildfläche verschwunden sein. Anfang der Woche haben Baschke und Schäfer beim Notar die Streichung aus dem Vereinsregister beantragt. Zudem bereiten beide einen Aufhebungsvertrag für Schützenheim und Grundstück, das die Gemeinde dem Club in Erbpacht zur Verfügung gestellt hatte, vor. Schließlich werden 15 Luftgewehre und die technischen Ausstattungen im Schießstand für den Verkauf vorbereitet. „Die Waffen werden von einem Experten geschätzt“, so Baschke. Das Barvermögen aus der Abwicklung wird einem gemeinnützigem Zweck gespendet. „Das sieht unsere Satzung so vor. Wer profitiert, will ich noch nicht verraten.“

 Angesprochen auf das Mobiliar schmunzeln die Liquidatoren. „Das ist 33 Jahre alt, hat uns gute Dienste geleistet und ist in Schuss. Aber Geld ist dafür kaum zu bekommen.“ Trotzdem könnte am Ende ein schöner Erlös zusammenkommen: Fünf neuere Luftgewehre, die mit einer Druckkartusche ausgestattet sind, gehören zum Eigentum. Nach ersten Schätzungen könnte man für ein gutes Modell allein 1200 Euro erzielen. Die zehn älteren Gewehre mit Knicklauf oder Seitenspanner sowie zwei Luftpistolen dürften auch noch Geld in die Kasse spülen. Tresor, Waffenschrank und elektrische Scheibenzug-Anlagen werden auch Interessenten finden. Bis Ende Juni soll alles erledigt sein. Was die Gemeinde im Anschluss mit dem Clubhaus am Ende des Eiderwegs machen wird, ist noch offen.

 Das Vereinsleben hat auch 2016 beileibe nicht aufgehört, nur geschossen werden darf nicht mehr. Dienstags treffen sich immer noch Mitglieder, um im Clubheim zu spielen und zu klönen. „300 Jahre Mitgliedschaft sind heute versammelt“, betont Baschke. An einem Tisch in der Ecke spielen sechs ältere und zwei jüngere ehemalige Mitglieder Kniffel. „Irgendwie war der Verein ja unsere Familie und deshalb kann man nicht so schnell loslassen“, heißt es. Von den 2015 verbliebenen wenigen Aktiven haben sich fünf oder sechs übrigens einem anderen Verein angeschlossen.

 Bei der Vereinsfahne des 48 Jahre alt gewordenen Schützenvereins und bei den Protokollbüchern hoffen die Liquidatoren auf Interesse im Amtsarchiv oder bei der Gemeinde. Und Baschke betont: „Hätte Brügge ein Gemeinschaftsaus, dann könnte man sie da aufhängen. Wir sind ein Stück Gemeindegeschichte.“

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Ein Artikel von
Frank Scheer
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