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Einer der letzten Selbstversorger

Wasserwerk in Schinkel Einer der letzten Selbstversorger

Schinkel ist eine der kleinsten Gemeinden im Dänischen Wohld, aber neben dem Dänischenhagener Ortsteil Kaltenhof das einzige Dorf in der Region mit einer komplett eigenen Wasserversorgung.

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Hier wird das Schinkeler Trinkwasser aufbereitet: Marco Dumke (40) im Betriebsgebäude der Wasserversorgungsgenossenschaft an der Senfstraße.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Schinkel. Alle anderen Kommunen zwischen Eckernförde und Kiel, demnächst auch Dänischenhagen und Strande (die KN berichteten), beziehen die Flüssigkeit mit der chemischen Bezeichnung H2O vom Wasserbeschaffungsverband Dänischer Wohld. Die Gemeinde Altenholz gehört zum Verbundsystem der Stadtwerke Kiel.

 Als in den frühen 1960er Jahren in Wischrade und am Rosenkranzer Weg in Schinkel viele neue Eigenheime gebaut werden, kommen die Siedler auf die Idee, eine Gemeinschaftsanlage für die Wasserversorgung zu bauen. Die Gemeinde stellt ihnen am Rosenkranzer Weg einen Feuerlöschbrunnen zur Verfügung. Am 23. Juli 1964 gründen 27 Häuslebauer die Wasserversorgungsgenossenschaft Schinkel. Zu ihrem Vorsitzenden wählen sie Dietrich Lüben. Er übt dieses Amt 46 Jahre lang aus, bis er 2010 von Marco Dumke abgelöst wird.

 Schinkel wächst und wächst, und der Brunnen am Rosenkranzer Weg droht bald zu versiegen. 1972 werden an der Senfstraße, dem Standort des heutigen Wasserwerks, zwei Brunnen gebohrt. 1999 kommt ein dritter am Lehmrader Weg hinzu. Das Versorgungsnetz hat mittlerweile eine Länge von 7,6 Kilometern. 2006 erfolgt eine Erweiterung bis Landwehr-Schinkelscheide. 2011 wird das komplette Netz digital erfasst. „Das erleichtert die Fehlersuche bei Störungen“, so Marco Dumke. Der 40-Jährige, der als Elektroniker bei der Firma Ibak in Kiel arbeitet, ist seit dem Tod von Bürgermeister Hans-Georg Güttler 2013 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Zum Vorstand gehören außerdem Dieter Schlieger-Halver und Jens Vollstedt, den Aufsichtsrat bilden Bernd Dräger, Hans Fraunholz und Markus Stecker. Die Genossenschaft zählt aktuell 314 Mitglieder, über 100 mehr als 1997. Doch obwohl die Zahl der angeschlossenen Haushalte aufgrund von Neubaugebieten in den vergangenen Jahren nach oben ging, lag die Jahresmenge des abgenommenen Wassers 2014 mit 46000 Kubikmetern sogar um 1000 Kubikmeter niedriger als 2008. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf Toilettenspülungen mit Spartaste und auf Waschmaschinen und Geschirrspüler, die mit immer weniger Wasser auskommen.

 Das Schinkeler Wasser wird aus 24 Metern Tiefe gefördert. Es hat nach Auskunft von Marco Dumke eine gute Qualität. Allerdings ist es sehr hart (Härtegrad 4). An der Senfstraße wird es zunächst gefiltert, und es erfolgt eine Enteisenung, bevor es mit einem Druck von 3,5 bis fünf Bar ins Rohrleitungssystem gepumpt wird. Einmal die Woche schaut der Vater von Marco Dumke, Hans Dumke, an der Senfstraße nach dem Rechten und spült die Kessel.

 Neumitglieder kaufen sich mit 425 Euro in die Genossenschaft ein. Der monatliche Grundpreis beträgt 7,50 Euro, der Kubikmeterpreis liegt bei günstigen 55 Cent. An eine Erhöhung sei vorerst nicht gedacht, versichert Marco Dumke. Und auch sonst, so sein Wunsch, soll sich nichts ändern. „Unser Bestreben ist es, dass wir so lange wie nur irgend möglich unsere Eigenständigkeit behalten.“

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