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Arm trotz Arbeit

Eckernförde Arm trotz Arbeit

Sie sind gut ausgebildet: Peter K. (33) ist Germanist, Zanak P. (40) ist Kosmetikerin, Gottfried R. (50) ist Fachinformatiker. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. So unterschiedlich ihre Ausbildung ist, eines eint sie alle: Sie können trotz Vollzeitjob nicht von ihrer Arbeit leben.

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Horst Kunze und Frank Hornschu vom DGB, die Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christine Blum und Verena Leonhardt (von links) von der Stadtbücherei organisierten die Ausstellung.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Prekäres Leben, prekäre Arbeit, prekäre Zukunft lautet der Titel einer Ausstellung in der Eckernförder Stadtbücherei, die die Gewerkschaften DGB und Verdi gemeinsam initiiert haben. Auf großen Tafeln sind Schattenbilder Betroffener zu sehen, hineingeschrieben ist ihr Werdegang und ihre aktuelle Situation.

Horst Kunze, DGB-Ortsvorsitzender in Eckernförde, muss in seiner Einleitung nicht weit ausholen, um eindrucksvolle Zahlen zu liefern: „5000 Menschen im Kreis Rendsburg-Eckernförde nehmen staatliche Hilfen in Anspruch, obwohl sie vollbeschäftigt sind.“ Bei den Alleinerziehenden seien es 39 Prozent, die von Hartz IV leben müssten. „Wir leben in einer Zeit des wachsenden Wohlstandes, aber gleichzeitig auch wachsender Armut“, so Kunze. Viele Menschen seien arm trotz Arbeit.

Ist nach 125 Jahren ein Tag der Arbeit (1. Mai) noch notwendig? Diese Frage stellte Frank Hornschu, DGB-Vorsitzender der Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön sowie der Landeshauptstadt Kiel. „Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer“, so Hornschu. 53 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse lägen im prekären Bereich, und das, obwohl es sich um Erstjobs handele. Die Politik sei gefordert, andere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eckernförde, Katrin Christine Blum, demonstrierte als Autorin der Geschichte einer alleinerziehenden Frau, wie stressig der Alltag ist. Um 5.30 Uhr aufstehen, Kinder versorgen, zur Schule bringen, zur Arbeit in Eile, zu Hause ums Essen kümmern, die Kinder zu Veranstaltungen bringen, sich um die kranke Schwiegermutter sorgen, abends nacharbeiten, spät erschöpft ins Bett fallen. Die stellvertretende Leiterin, Verena Leonhardt, gibt gerne Auskunft über die Hintergründe.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Mai in der Stadtbücherei.

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