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Ein Leben für Schinken und Wurst

Der Fleischer von Negenharrie Ein Leben für Schinken und Wurst

Werner Einfeld feiert am Sonntag seinen 90. Geburtstag – und arbeitet noch jeden Tag in seinem Fleischerei-Betrieb in Negenharrie. Morgens wird die betriebseigene Mutterkuh-Herde im Stall mit Futter und frischem Stroh versorgt, dazu räuchert er Mettwürste und wuchtet im Ladengeschäft die 10-Kilo-Schinken aufs Schneidbrett.

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Auch mit 90 Jahren wetzt Fleischermeister Werner Einfeld die Messer und schneidet Pape, Blume und Spitze aus den Schinken heraus.

Quelle: Sven Tietgen

Negenharrie. Morgen tauscht er den Kittel gegen den feinen Zwirn – und feiert als ältester aktiver Fleischermeister des Landes seinen Geburtstag. 120 Gratulanten aus der Familie, dem Dorf sowie dem großen Kollegen- und Bekanntenkreis wollen den gebürtigen Kleinharrier hochleben lassen. Werner Einfeld freut sich auf den Ehrentag: Der kräftige Handwerksmeister fühlt sich wohl und arbeitet gern. Schwungvoll schüttet er frisches Stroh in die Buchten der Deutsch-Angus-Rinder, verteilt Heu und Schrot. Von Frühjahr bis Herbst fährt Einfeld, der nach wie vor im 1881 gegründeten Familienbetrieb als Gesellschafter eingetragen ist, mit dem Rad zu der dann auf der Weide lebenden Herde. „Um die Tiere kümmere ich mich besonders gerne, das macht mir viel Freude“, erzählt der Senior.

 Viele kennen Werner Einfeld vor allem von seinem Arbeitsplatz im Laden: Mit geschärftem Messer zerteilt er die großen Schinken fachgerecht in Blume, Pape und Spitze. „Das könnte ich theoretisch mit verbundenen Augen machen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Satt hat der als jüngstes von fünf Kindern einer Kleinharrier Bauernfamilie geborene Fleischexperte den täglichen Umgang mit Fleisch und Wurst keineswegs: „Eine Scheibe Schinken auf einem Vollkornbrot ist immer noch ein Genuss.“ 1941 begann die Lehre, schon zwei Jahre später wurde er mit 17 Jahren in die Wehrmacht eingezogen. Nach einem Oberschenkeldurchschuss im niederländischen Breda geriet er in Kriegsgefangenschaft, erst 1948 konnte er die Ausbildung beenden. Vier Jahre später wurde die Meisterprüfung absolviert – und damit ist Werner Einfeld mit 63 Berufsjahren der dienstälteste Fleischermeister im Land.

 „Ich kenne keinen Kollegen, der auch nur annähernd so lange arbeitet wie Werner Einfeld. Die meisten helfen in älteren Jahren höchstens sporadisch noch mit“, erklärt Jürgen Fritze, stellvertretender Landesinnungsmeister aus Kalübbe. Für seine Fitness hat der noch 89-jährige Fleischexperte mehrere Erklärungen. Wichtig ist, regelmäßig in Bewegung zu bleiben. Dazu kommt eine ganz besondere Ernährung: Seit mehr als 40 Jahren gibt es Haferbrei zum Frühstück: Der Tipp kam nach Magenproblemen von einem befreundeten Arzt. Vor kurzem sah er im Fernsehen ein Interview mit einem 106-Jährigen, der sein hohes Alter auf den Haferbrei am Morgen zurückführte. „Das war natürlich Wasser auf meine Mühlen.“

 Außerdem genießt er in der Woche täglich das Mittagessen mit der Familie. Am Tisch sitzen Sohn Heinrich und Enkel Matthias, beide ebenfalls Fleischermeister, dazu Enkelin und Fleischergesellin Sina. Mit dabei sind auch die beiden Urenkel im Kleinkindalter sowie Schwiegertochter Carmen. „Mittags ist die einzige Gelegenheit für alle, sich auszutauschen und über die Dinge im Betrieb zu sprechen. Und ich gehöre dazu, sie verlassen sich auf mich“, betont Werner Einfeld und wuchtet den nächsten Schinken auf die Ladentheke.ti

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