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Ein Poller für den Marktplatz

Streit in Gettorf Ein Poller für den Marktplatz

Fahrradfahrer, die durch die Fußgängerzone brettern – ein echter Aufreger in Gettorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Auch häufen sich die Beschwerden über Raser in der Herrenstraße sowie über jene bequemen Zeitgenossen, die mit ihrem Auto zum Brötchen holen in den Fußgängerbereich fahren. Dieser Unsitte soll jetzt am Marktplatz ein Riegel vorgeschoben werden – in Form eines Pollers.

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Marco Koch will am Eingang der Fußgängerzone Poller anbringen lassen

Quelle: bki

Gettorf. Poller! Bei diesem Stichwort läuten in Gettorf normalerweise die Alarmglocken. Wer erinnert sich nicht an die unsäglichen Betonpoller, die 2008 den Verkehr auf der Kieler Chaussee beruhigen sollten, stattdessen aber für etliche Autofahrer zur gefährlichen Falle wurden. Keine Sorge: An solche Poller dachte Marco Koch (CDU) nicht, als er jetzt als Vorsitzender des Bauausschusses eine Idee vorstellte, wie unbefugtes Einfahren in die Fußgängerzone vielleicht nicht gänzlich verhindert, aber zumindest eingedämmt werden könnte. Als es kürzlich auf Einladung von Matthias Meins eine Ortsbegehung gab, an der auch Vertreter des HGV teilnahmen, kam die Idee auf, im Zugangsbereich zur Fußgängerzone am Markt einen Poller zu installieren – nicht etwas massiv aus Beton, sondern schlank, aus Metall und, ganz wichtig, umklappbar.

 Um es vorwegzunehmen: Dieser Vorschlag kam nicht nur bei Marco Koch selbst, sondern jetzt auch bei der Mehrheit seiner Ausschusskollegen gut an. CDU und Grüne überstimmten die Vertreter der SPD.

 „Für die Anwohner der Eichstraße ändert sich gar nichts“, versicherte der Ausschussvorsitzende, „sie können nach wie vor über die Bergstraße oder die Kirchhofsallee zu ihren Grundstücken gelangen.“ Und auch die Belange der Zulieferer und der Marktbeschicker, so Koch, blieben selbstverständlich unberührt.

 Geschäftsmann und Eichstraßen-Anlieger Fritz Häder verfolgte die Diskussion und die Abstimmung mit gemischten Gefühlen. Ähnlich wie Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) äußerte er sich skeptisch, was den gewünschten Erfolg des Pollers betrifft. „Das größte Problem in der Fußgängerzone sind die Radfahrer“, sagte Häder. Auf Nachfrage der KN erklärte er, dass es beileibe nicht nur junge Leute seien, die auf ihren Zweirädern durch die Fußgängerzone rasen. „Gut wäre es, wenn es wie früher wieder mehr Fußstreifen geben würde“, wünschte sich der Anwohner. Erst am Dienstag, so Häder, sei eine Kundin beim Verlassen seines Ladens fast von einem Radfahrer angefahren worden.

 Auf wenig Gegenliebe – sowohl bei Häder als auch im Ausschuss – stieß Kochs Vorschlag, die Fußgängerzone mit Ausnahme der Markttage für Fahrradfahrer zu öffnen, sofern Schrittgeschwindigkeit gefahren würde. „Dann kann man ja gleich sein Rad schieben“, merkte Dirk Jöhnk von den Grünen an. Und ähnlich wie Thomas Hofmann (SPD) warnte auch Bürgermeister Baasch im Hinblick auf die dann nicht mehr eindeutige Rechtslage: „Dieser Schuss würde nach hinten losgehen.“ Marco Koch beugte sich dieser Argumentation und zog seinen Vorschlag zurück.

 Durchsetzen konnte sich Koch dann wieder mit seiner Idee, zur Bekämpfung der Raserei in der Herrenstraße drei sogenannte Pflasterkissen aufzubringen. „Wie in der Herrenstraße gefahren wird, ist eine echte Katastrophe“, meinte der Ausschussvorsitzende. Eine Anwohnerin gab ihm Recht: „Sagenhaft, was hier abgeht.“ Bauamtsleiter Sönke Jacobsen, kein Freund von Fahrbahn-Hubbeln, warb für das Aufstellen von Geschwindigkeitsanzeigern wie zum Beispiel an der Grundschule. „Dort macht so etwas auch Sinn“, meinte Koch. Die Herrenstraße sei jedoch zu kurz, dort lohne sich das Aufstellen eines Geschwindigkeitsanzeigers nicht.

 Wie schon bei der Abstimmung über den Poller am Eingang der Fußgängerzone bildete sich auch bei der Entscheidung über die Pflasterkissen in der Herrenstraße eine schwarz-grüne Koalition: CDU und Grüne überstimmten die SPD-Vertreter.

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten