9 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Zum Nulltarif ins Museum

Rendsburg Zum Nulltarif ins Museum

Einmal die Woche zum Nulltarif ins Museum: In Rendsburg und Büdelsdorf soll das möglich werden. Die Häuser wollen damit neue Besucherschichten anlocken. Beteiligt wären die Museen im Hohen Arsenal, das Jüdische Museum in der Prinzenstraße und das Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf.

Voriger Artikel
25-Kilo-Baken von Brücke geworfen
Nächster Artikel
Nortorfs Polizeichef geht

Dr. Carsten Fleischhauer leitet das Jüdische Museum in Rendsburg.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Den Plan stellte Guido Wendt, kaufmännischer Geschäftsführer der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen auf Schloss Gottorf, erstmals am Montagabend im Kulturausschuss des Kreises Rendsburg-Eckernförde vor. Das Vorhaben ist schon weit gediehen. An diesem Mittwochnachmittag wollen sich Vertreter der drei Häuser - das Jüdische Museum in der Rendsburger Prinzessinstraße, die Museen im Hohen Arsenal am Paradeplatz und das Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf - zu einem letzten Abstimmungsgespräch treffen.

Offen sei, ob die eintrittsfreien Tage schon im Oktober oder erst im November starten, sagte Wendt. Im Ausschuss kündigte Wendt an, derzeit plane man, an jedem Sonnabend die Museen zum Nulltarif zu öffnen. Denkbar sei auch der Mittwoch, ergänzte der Geschäftsführer gegenüber dieser Zeitung am Dienstag. Auf alle Fälle wollten die Häuser mit einer Werbekampagne auf das neue Angebot aufmerksam machen. Seine Stiftung gebe 10000 Euro, kündigte Wendt an.

So begründet der Geschäftsführer das Angebot: „Wir wollen mehr Menschen klar machen, welche Angebote es vor Ort gibt.“ Der Museums-Nulltarif war seine Idee. „Wir wären damit Vorreiter in Schleswig-Holstein.“ In England seien solche Tage mit freiem Eintritt gang und gäbe. „Wir müssen ausprobieren, ob das auch hier geht.“ Etwa ein Jahr solle das Angebot zur Probe laufen. Dann wollten die Häuser das Ergebnis auswerten.

Tatsächlich leiden die Sammlungen unter geringem Zulauf. So hatte der Landesrechnungshof zuletzt eine stagnierende Besucherzahl in den Museen im Rendsburger Kulturzentrum, knapp 5000 Menschen lösten im Jahr 2014 Eintrittskarten, bei gleichzeitig hohem städtischen Zuschussbedarf kritisiert. Dass er vor dem Hintergrund erst einmal fragen müsste, bevor die Kasse zur seiner alter Druckmaschinen und dem Historischen Museum an einem Tag in der Woche schließt, war Martin Westphal auf Anhieb klar. Sowohl Stadtkämmer Herwig Schröder als auch Bürgermeister Pierre Gilgenast haben ihm Grünes Licht gegeben, sagte der Museumsleiter.

Westphal ist angetan von der Idee: „Ich finde das gut.“ Ob der Nulltarif Besuchermassen anlockt? „Ich wage das nicht abzuschätzen.“ Erfahrungen mit freiem Eintritt sammelt Westphal seit Jahren beim Rendsburger Herbst. Jedes Mal kämen dann „über 1000 Besucher“. In den Tagen danach brächen die Zahlen nicht ein. Ob es bei den wöchentlichen Nulltarif-Tagen auch so ist, bleibt für den Historiker eine offene Frage. „Was ist, wenn die Leute nur am Sonnabend kommen, weil es nichts kostet, und über die Woche wegbleiben?“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3