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Wohin mit den Kindern?

Gettorf Wohin mit den Kindern?

Schwangere Frauen, Mütter und Väter sorgten am Dienstagabend für großen Andrang im Hotel Stadt Hamburg. Denn nicht nur der Saal platzte aus allen Nähten, gleiches gilt auch für die Kindertagesstätten in Gettorf.

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Haben einen Platz in der Kita Am Sportplatz, wo ein Ergänzungsbau für den Gettorfer Nachwuchs geplant ist: Clara, Niklas, Janosch, Maurice und Matti (von links).

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. „Das Thema brennt vielen Bürgern auf den Nägeln“, stellte Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) angesichts von knapp 90 Besuchern in der Einwohnerversammlung fest. Der Grund: Immerhin fehlten in der 7000-Einwohner-Gemeinde zum neuen Kita-Jahr 71 Betreuungsplätze für unter (U3) und über dreijährige (Ü3) Kinder, sprach Gemeindevertreterin Bodil Maria Busch (Grüne) von „dramatischen Zahlen“.

Die fehlenden Kita-Plätze samt Folgen sorgen für Unmut bei jungen Familien in dem Ort, der wegen seiner Baugebiete zuletzt ein beachtliches Wachstum hinlegte. „Wir wurden überrollt“, räumte Baasch ein. Es entwickelte sich eine zumeist sachliche Aussprache, obgleich es mitunter laut im Saal wurde. Die Eltern sparten nicht mit kritischen Fragen. Kostproben: Wann gibt es einen Platz in Gettorf? Wie entwickeln sich die Gebühren? Wie steht es mit flexibleren Öffnungszeiten? Wie will die Gemeinde künftig verhindern, dass Kita-Plätze in Gettorf fehlen?

Im August vergangenen Jahres habe sich das „komplexe Thema“ abgezeichnet, verriet Bodil Maria Busch. Als Grund nannte sie den unerwartet schnellen Verkauf von Baugrundstücken. Daraufhin sei der Kita-Arbeitskreis gegründet worden, den die Gemeindevertreterin leitet – mit Tim Selzer (SPD) und Melanie Kautza (CDU) waren noch zwei weitere Mitglieder in der Versammlung zu Gast. Laut Busch wurden verschiedene Varianten wie Container oder leer stehende Gebäude geprüft und wieder verworfen. Letztlich sollen nun zwei neue Kita-Gebäude her.

Der Bürgermeister präsentierte die Entwürfe. Bei der Kita am Sportplatz soll ein Ergänzungsbau mit drei Gruppen (35 Plätze) entstehen. Kostenschätzung: 900.000 Euro. Der Bau mit zwei Krippen- und einer altersgemischten Gruppe wird nach den Worten von Baasch im Frühjahr 2016 fertig sein. Zudem sehen die Pläne ein weiteres Gebäude mit zwei Krippen-, zwei Ü3- und einer altersgemischten Gruppen vor. Kostenschätzung: 1,8 Millionen Euro. Als Standort präsentierte der Bürgermeister ein Gelände an der Kieler Chaussee/Ofeld, das allerdings noch nicht feststehe, sondern für die vorläufige Planung gewählt worden sei. Der Bau (75 Plätze) solle gern im August 2016 fertig sein. „Mit acht zusätzlichen Gruppen sind wir gut aufgestellt“, versicherte Baasch. Zudem soll ein Konzept für eine Naturgruppe mit Plätzen für 16 Ü3-Kinder von einer Betreuungskraft erstellt werden, die ab Mai damit beginne, erklärte Busch. Öffnungszeiten: von 8 bis 13 Uhr, eventuell eine Stunde länger. Angestrebt werde eine Kooperation mit dem Tierpark.

Bis dahin müssen jedoch kurzfristige Lösungen her. Deshalb sollen Gettorfer Kinder, die im Heimatort keinen Kita-Platz erhalten, vorerst in Umlandgemeinden wie Lindau (Revensdorf), Neuwittenbek, Tüttendorf, Osdorf oder Neudorf-Bornstein ausweichen. Laut Busch gibt es bereits Vereinbarungen. Ob es eine Garantie gebe, dass ihre Kinder nach einem Jahr im Umland einen Platz in Gettorf bekämen („Deshalb sind wir in die Gemeinde gezogen“)? Der Bürgermeister verwies auf die geplanten Kita-Gebäude. Einen Transfer von Kindern nach Revensdorf sieht die Gemeinde allerdings nicht vor. Die drei Kilometer seien zumutbar, so Busch.

Ihre Kollegen aus dem Arbeitskreis, Tim Selzer und Melanie Kautza, trugen noch Anregungen aus einer Elternumfrage vor. Ganz oben auf der Wunschliste: flexiblere Kita-Öffnungszeiten. Und niedrigere Preise. Über Gebühren müssten die Fraktionen noch beraten, sagte Selzer, der eher von stabilen oder höheren Elternbeiträgen ausgeht. „Alles was flexibel ist, kostet mehr Geld“, sagte Busch. Ansonsten gebe es noch Tagesmütter. Tomas Bahr vom Amt Dänischer Wohld stellte unterdessen dar, wie der gemeindliche Kostenanteil an der Kinderbetreuung seit 2009 gestiegen sei. Immerhin habe das Land seinen Zuschuss gedeckelt.

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