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Ein Atommülllager im Nortorfer Land?

Eisendorf/Gnutz Ein Atommülllager im Nortorfer Land?

Eisendorf und Gnutz liegen auf unterirdischen Salzstöcken und kommen deshalb als Endlager für radioaktiven Atommüll infrage - als nur zwei von vielen Standorten in Deutschland. Die Bürgermeister beider Gemeinden wussten davon bisher nichts. Sie werden jetzt zunächst weitere Informationen einholen.

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Atommüll könnte in der Zukunft auch in Eisendorf oder Gnutz gelagert werden. (Symbolbild)

Quelle: Stefan Sauer

Eisendorf/Gnutz. Auf der Suche nach Salzstöcken als Endlager für hoch radioaktiven Atommüll ist die Region zwischen Eisendorf und Gnutz als eine von bundesweit vielen in den Fokus des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) gerückt. Unter den Gemeindegebieten verläuft eine gigantische Salzmauer als geologische Formation. Beide Gemeinden wurden bereits 1995 in einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften als eine mögliche Endlagerstätte für hoch radioaktiven Atommüll genannt. Die Bürgermeister Markus Mehrens (Gnutz) und Bernd Irps erfuhren erst diese Woche aus den Kieler Nachrichten, dass der Boden unter ihren Dörfer als mögliches Endlager infrage kommt.

Gnutzer wohnen auf Salzstock

„Offiziell hat uns niemand informiert“, erklärte Mehrens. „Das ist schon heftig.“ „Ich habe in allen alten Protokollen gesucht: Wir wurden nie über das Ergebnis der Studie in Kenntnis gesetzt.“ Dass die Gnutzer auf einem Salzstock wohnen, ist seit 1996 bekannt: Geologen stellten damals bei Bohrungen fest, dass die Gemeinde wegen des Salzstocks keine eigene zentrale Wasserversorgung mit Brunnen bauen kann. Welche Ausdehnung die geologische Formation hat, entdeckte Mehrens per Zufall bei einer Besichtigung des Lüneburger Salzbergwerks. Dort war sie auf einer Karte verzeichnet. Mehrens will sich beim Umweltministerium über die aktuelle Situation informieren. Auf der Gemeindevertretersitzung am 9. Oktober steht das Thema Atommüllendlager auf der Tagesordnung.

Irps: Eisendorf nicht mehr geeignet

Bernd Irps erklärte: „Ich gehe davon aus, dass unsere Gemeinde wegen der Oberflächennutzung, die es 1995 noch nicht gab, nicht mehr infrage kommt.“ Beim oberflächennahen Rohstoffabbau von Kies seien Wasserflächen entstanden, die in der Studie nicht berücksichtigt wurden. Der Salzstock sei zudem bei Brunnenbohrungen für das Kalksandsteinwerk in Mitleidenschaft gezogen worden: 80 bis 100 Meter tief sei damals gebohrt worden. Sollte es neue Informationen geben, will Irps eine Einwohnerversammlung einberufen.

Probebohrungen hat es bislang in keiner der beiden Gemeinden gegeben.

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