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Zum vierten Mal Küken

Seltene Eisvogelbrut in Wasbek Zum vierten Mal Küken

Fiepend, blind und nackt kauern fünf kleine Eisvögel in einer Bruthöhle auf dem Grundstück der Tierklinik von Tierarzt Johannes Frahm in Wasbek. Weil es in diesem Jahr so früh warm geworden ist, hat das heimische Eisvogelpaar schon zum vierten Mal gebrütet.

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Nackt, blind und ständig hungrig drängen sich die fünf Eisvogel-Küken in der Bruthöhle aneinander und warten darauf, dass sie von den Eltern mit Nahrung versorgt werden.

Quelle: Nora Saric

Wasbek. „Das ist ungewöhnlich“, sagt Frahm, auf dessen Grundstück schon seit Jahren Eisvögel brüten. „Normalerweise werden in der Natur zwei, seltener drei Bruten beobachtet.“ Dieses seltene Ereignis war wohl nur möglich, weil es in diesem Jahr früh warm wurde und die Vögel dadurch früher in die Balzzeit kamen. „Das ist auch bei anderen Arten beobachtet worden.“ So hat Frahms Eisvogelpaar schon etwa drei Wochen früher begonnen, Nachwuchs zu produzieren. Zudem, so der Vogel-Liebhaber, sei diese Art ein sogenannter Schachtelbrüter. Sobald die Jungen einer Brut etwa 14 Tage alt sind, beginne das Weibchen in einer nächsten Bruthöhle ein neues Gelege mit sechs bis sieben Eiern. So sind die Tiere in der Lage, mehr Küken groß zu ziehen. „Das Männchen trägt dann die Hauptlast der Kinderaufzucht.“

 Eine Kamera überträgt ein Video auf einen Monitor im Wartebereich der Klinik, so dass jeder einen Blick auf die Kinderstube werfen kann. Die Eiablage war vor drei Wochen, am Freitag sind die Küken geschlüpft. Das hat als erste die siebenjährige Leonie bemerkt und sofort Bescheid gegeben. Ihre Mutter Sarah Dähn ist Tierarzthelferin in der Klinik. Das Mädchen beobachtet das Nest so oft es kann. „Jedes Mal, wenn ich hier bin“, beteuert Leonie. Als die Küken geschlüpft sind, habe ihre Mama die Eierschalen aus der Höhle entfernt, erzählt sie stolz.

 Die Eisvögel ernähren sich aus zwei Seen, insgesamt 1,5 Hektar groß, auf Frahms Grundstück und aus der Aalbek. „Das ist seit zwei Jahren dasselbe Pärchen“, so der Tierarzt. „Die zwei waren auch den ganzen Winter über hier zusammen, obwohl es in der Literatur eigentlich immer heißt, dass sie sich dann trennen und einzeln unterwegs sind.“

 Als der Eisvogel 2009 Vogel des Jahres des Nabu war, hat Frahm die Kameras mit Hilfe des Fachmanns Daniel Friedrich aus Neumünster installiert. Die Bruthöhlen hat er aus Ytong-Steinen gebaut, weil der heimische Boden zu sandig für die Vögel, die ihre Nistplätze eigentlich selbst in Steilhängen bauen, ist. In rund drei Wochen werden die Eisvogel-Kinder beringt. In etwa vier Wochen werden sie flügge.

 Die in Mitteleuropa heimische Art heiße vermutlich nicht Eisvogel, so Frahm, weil die Tiere nicht am Eis leben, sondern weil das blau-rote Gefieder an frisch geschmiedetes, in Facetten schimmerndes Eisen erinnere.

Auf der Internetseite www.kleintierklinik-wasbek.de gibt es einen Link zum Video aus der Bruthöhle.

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