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Jukebox ist der Star

Internationaler Museumstag Jukebox ist der Star

Die Geschichte der Schallplatte seit der Tonrolle zeigt das Elektromuseum in Rendsburg am Sonntag, dem Internationalen Museumstag. Das Prunkstück steht am Eingang: Eine Jukebox von 1974. Münze rein, und sie spielt. Im Angebot 80 Titel von Charles Aznavour über Heino bis Mireille Mathieu.

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Hinterm Eingang  präsentiert Museumsführer Winfred Fischera eine gut 40 Jahre alte Jukebox mit 80 Titeln zur Auswahl.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Die Jukebox nennt Winfred Fischera „eines unserer Glanzstücke“ und schwärmt von diesem „Computer für Musik“. In dessen Eingeweide darf der Besucher schauen, auf die Walze mit den einsortieren Singles. „Das haben wir zur Sonderausstellung geholt. Das passt ja wunderbar dazu.“ Fischera führt seit über 15 Jahre Besucher durch das Museum in der Stormstraße in der Nachbarschaft des ehemaligen Schleswag-Gebäudes, in dem heute das Finanzamt untergebracht ist.

Unter dem Titel „Von der Tonrolle zur Schellackplatte und weiter“ steht der Beitrag des Elektromuseums zum 39. Internationalen Museumstag am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Fischera wirft sich dann wieder in Schale. Das bedeutet: Gehrock, Vatermörder, Fliege, Weste, Melone. So führen er und drei Kollegen durch die Ausstellung, in der die Zeit stehen geblieben scheint. Denn das Elektromuseum präsentiert die Geschichte des Stroms in Zimmern, die mit Staubsauger, Grammophon, Radio, Spülmaschine und Modelleisenbahn wie historische Bühnenbilder hergerichtet sind. Alles passt. Selbst das Gebäude. Der Hamburger Architekt Fritz Höger hat es 1920 gebaut.

Fischera und seine Kollegen lassen die Besucher am Sonntag auf lederbezogenen Stühlen Platz nehmen und werfen ein Orchestrion aus dem Jahr 1908 an. Das sieht aus wie ein überdimensionales Klavier, ist aber ein komplettes Orchester mit sieben Instrumenten - Flöte, Klavier, Xylophon und Pauke unter anderem. Ein paar Schritte weiter geht es zum Phonographen von Thomas-Alva Edison. Und Fischera erzählt, dass dieser ja nur einen Sprechapparat habe erfinden wollen. Während der Phonograph noch eine Walze abspielt, liegt auf dem Grammophon nebenan bereits eine Schallplatte, „Lilli Marleen“.

„Ich liebe dieses Museum“, sagt Winfred Fischera auf dem Weg über die gewundene Holztreppe in den ersten Stock. Der 74 Jahre alte Büdelsdorfer war bis zur Pension in den 1990er Jahren Navigator beim Lufttransportgeschwader 63 in Hohn. 11000 Flugstunden sei er an Bord der „Transall“ unterwegs gewesen. „Wo ich hingeflogen bin, habe ich mir alle Museen angeschaut. Das war doch klar.“

Oben im ersten Stock zeigt Fischera einen Sprechapparat aus dem Jahr 1912 neben einem Kofferapparat mit Schellackplatte und einem Tischgrammophon aus Mahagoni mit zwei Klappen. Wenn sie geschlossen sind, ist die Musik, lauter wird es bei geöffneten Klappen. Die Sonderausstellung zeigt den Weg von zu Ziegeln gepresstem Sekret der indischen Schildlaus bis zur Schellackplatte. In großen Sprüngen geht es in die 1980er Jahre, zu bunten Langspielplatten des britische Popduos Mel & Kim.

Weitere Highlights

Ein Skelett bauen , Grünholz schnitzen, Museumsrallye, Drucken an alten Maschinen und Führungen: Das bieten Museen am Sonntag. Diese Häuser machen mit beim Internationalen Museumstag. Ab 10 Uhr lädt das Tor zur Urzeit in der Dorfstraße 4 in Brügge zum Bau eines Mammutskeletts ein. Im Freilichtmuseum Molfsee schnitzen Kinder ab 11 Uhr Grünholz.

Führungen bietet Tuch und Technik in der Klosterstraße 12-18 in Neumünster ab 12 Uhr an. Kinder starten im Historischen Museum in der Arsenalstraße 2-10 in Rendsburg ab 10 Uhr zur Museumsrallye, im Druckmuseum im Erdgeschoss des Hauses arbeiten ab 14 Uhr pensionierte Drucker in historischen Trachten an alten Druck- und Setzmaschinen. Das Jüdische Museum in der Prinzessinstraße 7-8 zeigt von 12 bis 17 Uhr Illustrationen des Grafikers Erhard Göttlicher zu dem Roman „Schindlers Liste“ von Thomas Keneally.

Mit Mausefallen-Vortrag und mittelalterlichem Heerlager feiert das Dorfmuseum in Gnutz, De ohle Weg 18, den Tag von 10 bis 18 Uhr. Von 14 bis 17 Uhr laden das Nortorfer Museum im Jungfernstieg 6 und die Schoolkat an der Nortorfer Straße 5 in Langwedel ein. Dat ole Hus in Aukrug-Bünzen, Na’t ole Hus 1, ist von 12 bis 18 Uhr offen, es zeigt die Ausstellung „Flüchtlinge aus Städten“.

www.museumstag.de

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Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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