23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Nein zu Deponie-Plänen

Gammelby Nein zu Deponie-Plänen

Die Botschaft war deutlich. Die Gammelbyer wollen keine erweiterte Deponie im Norden der Gemeinde. Das zeigten klare Mehrheiten auf der Einwohnerversammlung am Montag. 127 Bürger waren gekommen.

Voriger Artikel
Eine alte Werkshalle für Flüchtlinge
Nächster Artikel
Er rettete ein Leben

Sie informierten die 127 Gammelbyer: Norbert Jordan (links), Marlies Thoms-Pfeffer und Jürgen Punke.

Quelle: Rainer Krüger

Gammelby. „Wir Gammelbyer Bürger lehnen die Planung und Umsetzung ,Erweiterung der Deponie Gammelby und Errichtung einer abfallwirtschaftlichen Betriebsfläche’ der Unternehmensgruppe Peter Glindemann ab. Dieses Nein schließt das Ergreifen aller einzusetzenden juristischen Schritte zur Abwendung dieser für uns bedrohlichen Planung und der Behebung uns genannter Mängel an der bestehenden Deponie mit ein.“ So lautet ein Mehrheitsbeschluss bei fünf Enthaltungen.

Zum Hintergrund: Die Glindemann-Gruppe will die derzeit nicht mehr betriebene Deponie um 4,6 Hektar im Osten erweitern. 430000 Kubikmeter Baurestabfälle sollen dort in 20 Jahren gelagert werden. Zudem ist eine Fläche im Norden der bestehenden Deponie für den Containerumschlag als Zwischenlager für nicht gefährliche Abfälle und Abfälle zur Verwertung vorgesehen. Das Areal gehört der Gruppe bereits. Gegen den alten Deponiebetreiber, die Nath-Recycling-GmbH, läuft ein Insolvenzverfahren. Auf der Deponie sei Bauschutt mit Asbest abgelagert worden. Momentan sei der Polder I noch offen. Falls die Erweiterung erfolgen könne, würde die Gruppe die Deponie abdecken. Wie Jürgen Punke, Anwalt der Gemeinde, darlegte, liege keine hinterlegte Sicherheit für die mit mindestens 850000 Euro taxierte Abdeckung der Deponie vor. Laut Norbert Jordan, Bauamtsleiter im Amt Schlei-Ostsee, können auf der Deponie noch 5000 Kubikmeter eingelagert werden.

Doch die Beschlüsse auf dem von Bürgermeisterin Marlies Thoms-Pfeffer (KWG) geleiteten Treffen gingen noch weiter. Anlass dafür gab ein Bericht des Bauausschussvorsitzenden Tarik Stolz (GWG). Er hatte festgestellt, dass auf der Deponie Wasser in den Boden sickert. Zudem werde im Biotop auf dem Gelände der Wasserstand abgesenkt.

Vertreter des Kreises hätten darauf bislang nicht ausreichend reagiert. Nach Votum mit drei Nein-Stimmen und 21 Enthaltungen soll die Gemeinde jetzt Strafanzeige stellen. Wie Bärbel Schiewer, Protokollantin des Amtes Schlei-Ostsee erläuterte, richtet sich die Anzeige gegen den Kreis wegen vernachlässigter Aufsicht. Jürgen Punke berichtete aus seinen Aktenstudium beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Das LLUR ist die Genehmigungsbehörde. Bei Überwachungen sei festgestellt worden, so Punke, „dass die Deponie nicht genehmigungskonform betrieben wurde“. Bezogen auf die Kontrolle sprach Punke von „Murks“.

Ein weiterer Beschluss bei neun Nein-Stimmen und vier Enthaltungen: Die Gemeinde soll prüfen, ob die Ortseinfahrten verengt werden können – um es für Lkw-Verkehr schwerer zu machen. Der Schlussaufruf der Bürgermeisterin: „Es wäre schön, wenn sich eine Bürgerinitiative bildet.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Gammelby
Foto: Die Bürgerinitiative auf der Straße: 120 Teilnehmer demonstierten gegen die geplante Erweiterung der Deponie in Gammelby.

Lautstark gingen am Sonnabend 120 Demonstranten mit Trillerpfeifen und Tröten in Gammelby auf die Straße. Ihr Protest richtete sich gegen Erweiterungspläne für die Deponie. Umweltschäden und zunehmender Lkw-Verkehr werden befürchtet.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3