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Das wird ein Spargeljahr

Altenholz Das wird ein Spargeljahr

Ist der Spargel 2015 spät, ist er rar? Im Gegenteil. Auf Gut Friedrichshof in Altenholz jubeln Gutsherr, Erntemannschaft und Hofladenteam über ein Super-Spargeljahr – obwohl der Frühling bisher nicht gerade warm war und Gourmets schon Sorge hatten.

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Das Jahr 2015 bringt auf Gut Friedrichshof eine tolle Spargelernte, denn der April war sonnig. Besitzer Richard Hoenes Begeisterung für das edle Gemüse und seinen aufwendigen Anbau springt auf Mitarbeiter Jerzy Galaga (rechts) über.

Quelle: Cornelia D. Müller

Altenholz/Neuwittenbek.  Königlich. Aphrodisierend. Entgiftend. Stärkend. Kaum ein Mythos geht am Spargel vorbei. Asparagus officinalis, so der botanischen Name, hat jetzt Hoch-Zeit und bringt die Genießer in Stimmung. „Und wie!“, sagt Spargelbauer Richard Hoene vom Gut Friedrichshof strahlend, packt ein Bündel weißer Stangen und drückt es freudig an sich. „Das hätte selbst ich auch nicht erwartet. Wir ernten den Spargel diesmal nur eine Woche später als 2014, als die meisten Kulturpflanzen Wochen früher als sonst aufwuchsen.“

 Dass Hoene Spargelfan aus Überzeugung ist, ist nicht zu übersehen. Das Vitamin-C-reiche, kalorienarme Gemüse hat es ihm nicht nur angetan, weil seine Spargelstecher ernten, was das Zeug hält. Er macht seit 1995 auf zwei sandigen Flächen, die sich in einiger Entfernung des Guts in Neuwittenbek befinden, auch deshalb „in Spargel“, weil er ihm selbst so mundet. Ob weiß oder grün, roh, klassisch gekocht, mit Trüffelöl, im Wok mit Sojasauce und Balsamico gebraten, auf Pizza – er setzt seiner Fantasie am Herd da keine Grenzen.

 „Spargel ist mein Hobby“, fügt er hinzu. „Als ich vor 20 Jahren damit begann, haben mir Leute den Vogel gezeigt. Auch, weil Spargel so viel Aufwand erfordert.“ Im „Normalbetrieb“ bewirtschaftet Hoene das große Gut in einer GbR mit Gut Knoop. Getreide und Raps gedeihen gut auf den schweren Böden. „Aber die sind nicht der Standort für Spargel. Da habe ich Ausschau gehalten, ob irgendwo ein paar Hektar Sandboden zu haben sind.“

 Wie komplex Spargelanbau ist, erschließt sich auf dem Feld. Stange für Stange stechen Jerzy Galaga, Mirek Chrabanski und Kollegen ab 6 Uhr morgens mit dem scharfen Eisen unter der Erde in Windeseile ab, sobald weiße zarte Köpfchen unter der dunklen Folie aus der weichen Erde lugen. Dafür heben sie die Bedeckung, die in den hoch angehäufelten Pflanzreihen Wärme sammelt und das Edelgemüse vor Licht schützt, von Hand an – oder die elektrische Spargelspinne hält sie fest. Mittags fahren sie die Tagesernte zum Hof, wo sie nach einer ersten maschinellen Dusche den nassen Kälteschock bei zwei Grad Celsius bekommen. „Das stoppt die Reifung. Für weißen Spargel ist das wichtig. So bleibt er hell. Wachsen die Sprossen der unterirdisch weit verzweigten Pflanze oberirdisch auf, werden sie grün. Auch das ist lecker, aber nicht jedermanns Sache“, erklärt er. Erneut werden die Stangen nach der Handsortierung gewaschen. Ihre letzte Station vor dem Verkauf im Hofladen oder der Lieferung an Restaurants der Region ist die feuchte Lagerung im Kühlraum.

 Galaga, Chrabanski und Co., die seit zehn Jahren aus Polen zur Spargelernte kommen und sich mit Hoene als Familie fühlen, sind stolz darauf, was sie an diesem Morgen auf den Wagen laden: 40 Kisten Spargel. Das entspricht 400 Kilogramm verkaufsreifer Ware, geerntet von 2,5 Hektar. „Da kann man nicht meckern“, resümiert der Chef und zwinkert der Mannschaft glücklich zu.

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Cornelia Müller
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