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Früher Atheistin, jetzt Pastorin

Kirchengemeinde Büdelsdorf Früher Atheistin, jetzt Pastorin

Mit Martina Lukesova hat die evangelische Kirchengemeinde Büdelsdorf eine außergewöhnliche Wahl getroffen. Die neue Pastorin ist Tschechin, und sie wandelte sich von der überzeugten Atheistin zur überzeugten Christin.

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Martina Lukesova ist neue Pastorin in Büdelsdorf.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Büdelsdorf. „Dass sie Tschechin ist, ist vielleicht auf den ersten Blick ungewöhnlich, aber in Zeiten eines zusammenwachsenden Europas tut das auch der evangelischen Kirche gut. Die Katholiken kennen das schon länger, dass Pfarrer aus anderen Ländern in ihren Gemeinden sind“, findet Michael Grabarske, Pastor in der Kirchengemeinde Büdelsdorf und Kirchengemeinderatsvorsitzender.

Den besonderen Blick von außen betont Propst Matthias Krüger. Zunächst ohne Glauben in der damaligen Tschechoslowakei groß geworden könne die neue Pastorin helfen, auf Menschen zuzugehen, die der Kirche fernstehen oder keiner Konfession angehören. „Sie bringt das mit, was wir brauchen. Deshalb freuen wir uns sehr.“ Die neue Pastorin hat einen tschechischen Pass, ist nicht Deutsche. Das ist bisher einmalig im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde, sagt der Propst.

Auch das ist außergewöhnlich: Die Pastorin sagt von sich selbst, dass sie von einer überzeugten Atheistin zur überzeugten Christin wurde. In der Familie, in der Schule, im Freundeskreis sei sie ohne Glaube groß geworden. „Wir wurden erzogen, dass es keinen Gott gibt.“ Religion war getreu der Staatslehre in dem Ostblockland „Opium des Volks“, und „nur für Schwache“. Und: „Wir dachten, dass Pastoren schlechte Menschen sind.“

Nach der Wende vor 25 Jahren kamen Christen ins Land, intelligente und starke Menschen, erzählt sie. „Es war komisch, es war verstörend.“ Ein Weltbild geriet ins Wanken. „Ich war sehr lange sehr skeptisch. Doch der Samen wuchs.“ Mit 16 Jahren ging sie das erste Mal in eine Kirche. Und fühlte sich unerklärlich angezogen. Sie führt das zurück „auf die Kraft des Wortes Gottes“.

Ihr habe auch die Bekehrung des Saulus zum Paulus geholfen. „Nachdem ich seine Geschichte las, kam ich mir nicht so komisch vor. Pastorin sei sie geworden, „weil ich nicht anders konnte“. Sie habe mehrere Berufe ausprobiert. So hat sie in Mainz eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin gemacht und in einer Schule als Integrationshelferin für Kinder und Erwachsene mit Behinderung gearbeitet, in Prag war sie in der Gehaltsabrechnung eines internationalen Konzerns tätig. „Doch etwas hat mich weiter getrieben.“ In Mainz hat sie Theologie studiert und von 2012 bis 2015 in Prag und dem nahe gelegenen Melnek als Jugendpastorin und Gemeindepastorin gearbeitet.

Sie habe in Büdelsdorf „durch ihre zugewandte und neugierige Art überzeugt“, sagt Pastor Grabarske. Martina Lukesova ist Nachfolgerin von Rüdiger Einfeldt, der in Pension ging. Die Stelle war ein halbes Jahr vakant. Zur Kirchengemeinde zählen rund 6000 evangelische Christen in Büdelsdorf und Rickert.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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