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Zischend ging es in den Himmel

Mielkendorf Zischend ging es in den Himmel

Stern-Stunden am Nachmittag? Das geht. Zumindest in der Grundschule Eidertal Molfsee, denn dort gab es für Schüler und Eltern am Donnerstag einen Forschernachmittag. An 38 Stationen wurde probiert, getüftelt, gebastelt und vor allem gestaunt.

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Marcel Garbe (links) zeigt den Schülern, wie man ein "Goldstück" macht - und Jasper hält sein Centstück ganz vorsichtig in die Flamme des 800 Grad heißen Föns.

Quelle: Sorka Eixmann

Molfsee. „Wir wollten bei unseren Kindern die Begeisterung für Naturwissenschaften wecken“, erklärte Lehrerin Inga Leptien. Das "St" stand für "Staunen", das "er" für "Erforschen" und das "N" für Nachdenken, sagt Leptien. Das war die Grundidee, darauf wurde aufgebaut. „Wir holten uns zur Unterstützung noch Eltern ins Boot.“ Und dann kam noch der Neffe von Schulleiterin Wiebke Horstmann ins Spiel: „Der junge Mann gehört zum Leibniz-Institut für Katalyse und ist mit Kollegen vor Ort“, freute sich Leptien über die professionelle Unterstützung. An insgesamt drei Stationen waren die weißen Kittel des Rostocker Instituts die Magneten für die wissbegierigen Grundschüler.

 Doch auch die Eltern brauchten sich mit ihren Versuchsaufbauten nicht zu verstecken. Ein echtes Highlight war „Rokit“ von Sascha Stender. „Das war ja geil“, raunten sich am Sportplatz zwei Grundschüler zu. Gemeint war der Start einer Rakete – die eigentlich eine Fanta-Flasche war –, und dem die Kinder immer mit großem Staunen folgten. Doch vor dem zischenden Start in den Mielkendorfer Himmel kam die Erklärung von Sascha Stender. „Es wird Luft in die Flasche gepumpt, jetzt solltet ihr alle in sichere Entfernung gehen.“ Zwei Sekunden später zischte Rokit kerzengerade nach oben, die Rückkehr auf den Sportplatz wurde mit Applaus fast ein bisschen gefeiert.

 Ruhiger ging es bei Moritz Horstmann zu. Anna, Charlotte und Evke sollten erfahren, wie Rotkohl seine Farbe bei Zugabe diverser Zutaten ändert. Als erste war Anna an der Reihe. Vorsichtig nahm sie mit einer Pipette Flüssigkeit aus dem Rotkohl-Glas und ließ es in ein Gefäß tropfen. Dann die erste Zutat: Zitrone. „Die Verfärbung geht ins Pinke“, wurde der Schülerin schnell deutlich. Ähnlich endete der Versuch, als Charlotte Essig – „Das stinkt aber ein bisschen“ – hinzufügte.

 Eine Station weiter wurde es „goldig“: „Zinn und Kupfer verfärben sich bei 800 Grad zu Gold“, erklärte Marcel Garbe während Jasper ganz vorsichtig mit einer Zange sein zinnfarbenes Centstück in die Flamme hielt. Sobald die Münze golden glänzte, wurde sie im Wasserglas abgekühlt – und voller Stolz mitgenommen. Quasi als Krönung der Stern-Stunde.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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