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Was macht die Unterhose im Gebüsch?

Felde Was macht die Unterhose im Gebüsch?

Insgesamt mehr als 100 Bürger machten am Sonnabend beim Dorfputz im Amt Achtwehr mit. In Felde, Quarnbek und Bredenbek rückten die Putzkolonnen mit Eimern, Säcken und langen Greifern aus, um die Dörfer vom unschönen Zivilisationsmüll zu befreien. So manches Kuriose kam dabei zum Vorschein.

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Flachmänner, Hundekotbeutel, Zigarettenschachteln (von links): Skadi, Titus, Emil und Pelle von der Jugendfeuerwehr Felde sammelten auf dem Weg zur Eiderbrücke alles ein.

Quelle: Torsten Müller

Felde. Ein älterer Mann in der Dorfstraße in Felde beteiligte sich auf seine Art an der Säuberungsaktion. Mit dem Besen kehrte er Gehweg und Rinnstein vor seinem Grundstück. Doch so pikobello sah es nicht überall aus. „Es ist bedauerlich, dass so viel Müll achtlos oder absichtlich in die Landschaft geworfen wird“, sagte Bürgermeisterin Petra Paulsen (SPD).

Endpunkt von Verzehrstrecken

Aber unansehnlich sehen auch kleinere Gegenstände aus. Petra Greve und Rolf Sebelin nahmen sich die Kleinnordseer Straße vor. Schon nach wenigen Minuten füllten sich ihre Müllsäcke mit Taucherflosse, Turnschuh, Unterhose, Radkappe und (leerer) Rotweinflasche. Schmutzfinken suchen auch gern das interkommunale Gewerbegebiet auf. „Das wird abends viel Müll rausgeworfen“, wusste Dorfputzer Niels Clausen. Vor allem Verpackungen und Einwegkaffeebecher von Schnellrestaurants fliegen in Felde einfach aus dem Auto. Offenbar liegt die Gemeinde genau am Endpunkt von Verzehrstrecken.

„Relativ durchschnittlich sauber“

Rund 40 freiwillige Helfer unterstützen die Putzaktion in Felde. Auch auf die Jugendfeuerwehr war Verlass. „Für uns ist das eine Chance, uns zu präsentieren und neben unseren Einsätzen noch etwas für die Allgemeinheit zu tun“, war Gruppenführer Marco Kortum überzeugt.  Skadi, Titus, Emil und Pelle machten sich mit anderen auf zur Eiderbrücke in Brandsbek. „Äh, ein Hundekotbeutel“, stöhnte ein junger Kamerad über den unappetitlichen Gegenstand an seinem Greifer. Unterm Strich vergab die Jugendwehr für den Weg aber die Note „relativ durchschnittlich sauber“.

In Quarnbek konnten Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) und Johann Schirren nur staunen. An der Kreisstraße 3 nach Melsdorf fischten sie einen Satz Autoreifen sowie Platten von Dämmmaterial aus dem Gebüsch. Schirren freute sich über die rege Beteiligung in Stampe. Während im vergangenen Jahr niemand bei der Putzaktion dabei gewesen sei, beteiligten sich diesmal 15. In Strohbrück waren es acht. Dafür knickte der Ortsteil Flemhude ein.

Flaschen haben abgenommen

In Bredenbek bugsierte Landwirt Sascha Pede die Dorfputzer mit dem Oldtimer-Trecker zum Einsatzort. Insgesamt nahmen trotz Bambini-Börse 35 Bürger in mehreren Teams an der Aktion teil, darunter zehn Kinder und eine Flüchtlingsfamilie. „Bei diesem schönen Wetter ist das wie ein Spaziergang durch die Gemeinde“, sagte Bürgermeister Bartelt Brouer (SPD). Er war überzeugt, dass künftig eigentlich nur noch alle zwei Jahre gereinigt werden müsse: „Seit der Pfandpflicht haben die Flaschen abgenommen.“ Leif (8) und Moritz (9) fanden dennoch welche. Wer bekommt das Pfandgeld? „Wir!“, lautete die pfeilschnelle Antwort.

Ein Satz Autoreifen und Dämmmaterial: Klaus Langer (links) und Johann Schirren fanden in Quarnbek an der Straße nach Melsdorf so einiges.

Fotostrecke: Was macht die Unterhose im Gebüsch?

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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