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Politische Zukunft der „Krawallgemeinde“

Felde Politische Zukunft der „Krawallgemeinde“

Hansepferd, Nena, Tabaluga und Robin Gibbs Titanic Requiem: Wenn die Felder in ihren Ort hineinfahren, sehen sie auf den Plakaten am Straßenrand, was die Zukunft Interessantes bietet. Was sie nicht sehen, sind Wahlplakate. Dabei geht es am Sonntag bei der Kommunalwahl um die politische Zukunft.

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Wird künftig alles anders? Die Bürger in Felde haben am Sonntag die Gelegenheit, eine neue Gemeindevertretung zu wählen.

Quelle: Torsten Müller

Felde. Die Felder wählen eine neue Gemeindevertretung. Aufgerufen sind 1749 Einwohner ab 16 Jahren; auch die EU-Bürger können bei der Kommunalwahl mitmachen. Bis Freitagmittag waren 235 Briefwahlanträge gestellt worden. „Die Zahl liegt etwas unter dem, was wir sonst haben“, sagt Andreas Kock, Büroleiter im Amt Achterwehr. Weitere Anträge können am Sonntag noch bis 15 Uhr in der Verwaltung gestellt werden. Es gibt zwei Wahllokale im Gemeindezentrum und zwei neunköpfige Wahlvorstände. Den einen leitet Hartmut Rimkus, den anderen Martin Tietz. Zusätzlich unterstützen ab 18 Uhr je zwei Listenführer die Vorstände. Wie lange das Auszählen dauert, hängt auch davon ab, ob die Wähler all ihre sieben Stimmen jeweils einer der fünf zur Wahl antretenden Parteien und Wählergemeinschaften geben oder sie nach dem Gießkannenprinzip verteilen. Die Gemeindevertretung für die verbleibenden zwei Restjahre wird voraussichtlich aus 13 Mitgliedern bestehen: sieben direkt gewählten und sechs Listenkandidaten.

 Der vorzeitige Urnengang nach nur knapp drei Jahren ist die Folge einer Kapitulation. Nach dem Rücktritt von Bürgermeisterin Bianca Dommes (Freie) im vergangenen Sommer war die Gemeindevertretung mangels Kandidaten nicht in der Lage, die Nachfolge zu bestimmen. Jahrelanger Streit hatte die Mitglieder zermürbt und Felde den Ruf einer „Krawallgemeinde“ eingebracht. Fünf Monate lang führten Ulrich Hauschildt (BFF) und Petra Paulsen (SPD) stellvertretend die Amtsgeschäfte. Dann musste die Kommunalaufsicht einen Beauftragten für das Bürgermeisteramt einsetzen. Die Wahl fiel auf Jürgen Harders aus Osterrönfeld. Da die Vertretung weiterhin nicht in der Lage war, das Spitzenamt zu besetzen, zog das Kieler Innenministerium schließlich die Reißleine: Sie löste die Gemeindevertretung zum 1. Februar auf.

 Anders als 2013 treten jetzt nur noch fünf statt sechs Gruppierungen an. Die Freien, die seinerzeit auf Anhieb mit knapp 23 Prozent stärkste Fraktion geworden waren und die Bürgermeisterin stellten, haben entnervt das Handtuch geworfen. Erstmals gibt es eine Allianz von drei Gruppierungen: SPD, Bürgerforum (BFF) und CDU. Sie wollen einen „Neuanfang“ einleiten und Petra Paulsen (SPD) zur Bürgermeisterin küren. 2013 brachten die drei Fraktionen zusammen fast 43 Prozent auf die politische Waage. Um die Wählergunst bewerben sich auch die Wählergemeinschaft WF (19,6 Prozent) sowie die Grünen (14,7 Prozent).

 Bei der Frage, ob nach der Wahl möglicherweise Fraktionsgemeinschaften gebildet werden, halten sich sie sich bedeckt: Die Option wird zwar nicht ausgeschlossen, doch zunächst soll das Wahlergebnis abgewartet werden.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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