18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
„Felde braucht den Seegarten“

Felde „Felde braucht den Seegarten“

Seit mehr als 100 Jahren ist der Felder Seegarten das gesellige Zentrum im Dorf. Doch seit Monaten sind die Türen geschlossen. Der bisherige Pächter hat Insolvenz angemeldet, und der Eigentümer bietet die idyllisch am See gelegene Immobilie über einen Kieler Makler zum Verkauf an. Doch ein neuer Gastwirt ist derzeit nicht in Sicht. Droht dem Seegarten das Aus als Gastronomie?

Voriger Artikel
Bepflanzung nach Wunsch
Nächster Artikel
Audi-Fahrer prallt gegen Baum

Krise mit 105 Jahren: Der Felder Seegarten steht wieder einmal zum Verkauf. Gesucht wird ein neuer Gastronom, der dem Dorfkrug geselliges Leben einhaucht.

Quelle: Torsten Müller

Felde. Schon vor fünf Jahren stellte sich die gleiche Frage. Doch dann kaufte Jörg Stoeckicht aus Achterwehr die Traditionsgaststätte und schmiedete ein neues Konzept, das auf zwei Säulen ruhte: dem Anspruch, gehobene Gastronomie anzubieten und mit einem breit aufgestellten Veranstaltungsprogramm Publikum anzuziehen. „Man kann mit dem Seegarten Geld verdienen“, betont Stoeckicht auf Nachfrage. Die Zahlungsunfähigkeit des Pächters, der Kieler Cateringkultur, habe nicht an dem Felder Betrieb gelegen; der habe „schwarze Zahlen geschrieben“.

 Doch Nachfolger stehen jetzt nicht gerade Schlange. Auch der Eigentümer, der sich vor fünf Jahren noch selbst als Gastronom einbrachte, will „keine Konzession mehr beantragen“. Stoeckicht verfügt neben seiner Arbeit als Verleger nicht über die Zeit, eine Gastwirtschaft in Schwung zu halten. Derzeit nutzt am Wochenende lediglich Sven Büll-Carstens vom Felder Kochportal Saal und Seeterrasse für die Ausrichtung privater Feiern.

 Bei dem Kieler Makler wird das 1700 Quadratmeter große Grundstück im alten Dorfkern für 595000 Euro angeboten. Vor fünf Jahren stand die Immobilie noch für 395000 Euro zum Verkauf. Stoeckicht hatte zwar das alte Mobiliar übernommen, aber die technischen Anlagen erneuert. Um seinen Preis zu erzielen, will er nicht unter Zeitdruck verkaufen. Er kann offenbar warten; zudem liegt ihm daran, dass der Seegarten geselliger Dorfkrug bleibt. Doch mögliche Gastronomen machen einen Bogen um das Objekt.

 „Felde braucht den Seegarten“, sagt Bürgermeister Ulrich Hauschildt (BFF). Schon jetzt fehle das Kommunikationszentrum mit dem einzigen großen Saal in der Gemeinde. Weil es bereits vor fünf Jahren Befürchtungen gab, dass das traditionsreiche Gebäude abgerissen und durch einen Neubau mit Wohnungen ersetzt werden könnte, erließ die Gemeinde für den Bereich des Bebauungsplanes 21 eine Erhaltungssatzung. „Damit ist allerdings nur das Äußere festgeschrieben, nicht die Nutzung“, sagt Hauschildt. Das Obergeschoss bietet sechs Zimmer mit insgesamt 140 Quadratmetern Wohnfläche.

 Der Seegarten war 1910 von Hans Baasch errichtet worden. Ihm gehörte der gegenüberliegende Hof, wo die Gastronomie zuvor untergebracht war. „Der Bau der Eisenbahn 1904 veränderte die Umgebung“, weiß Enkel Klaus-Hinnerk Baasch. Kieler bauten in dieser Zeit die ersten Wochenendhäuser in Felde. Anfangs war der Krug verpachtet, dann übernahm ein weiterer Hans Baasch die Gastronomie. Ende der 60er Jahre erwarb der Kieler Kaufmann Wede den Seegarten. Marianne Wede und Thomas Oelkers führten die Tradition bis 2007 fort, als Oelkers bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Schon damals stand der Dorfkrug zum Verkauf. Für drei Jahre trat Tochter Maike Winston, die im Krug groß geworden war, in die Fußstapfen der Eltern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3