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Bienen bleiben bedroht

Felm Bienen bleiben bedroht

Bienen sind unersetzlich. Denn bekanntlich können sich viele Blütenpflanzen ohne Hilfe der bestäubenden Insekten nicht vermehren. Da es dann nichts mehr zu ernten geben würde, hängt auch die Existenz des Menschen von ihnen ab.

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Hartmut Wedekind hat ein Herz für Bienen: Um über die Insekten aufzuklären, zeigt am 17. Mai seine Sammlung.

Quelle: Rainer Krüger

Felm. Grund genug für Hartmut Wedekind aus Felm, Völker zu halten und in einem Imkereimuseum über die nützlichen Tiere aufzuklären. Seine Sammlung auf dem Anwesen, Voßberg 7, zeigt der 74-Jährige am Internationalen Museumstags am Sonntag, 17. Mai.

Natürlich gehört dazu der Blick auf die Lage der Bienen. Da steht’s nicht zum Besten. „Ein Viertel der Völker hat den Winter wohl nicht überstanden“, lauten seine Informationen aus der Region. „Die Varroamilbe ist weiter ein Problem“, so Wedekind. Beunruhigend sei, dass sich mit dem Beutenkäfer ein bislang in Europa unbekannter Bienenschädling ausbreitet. „In Italien ist er schon und wandert nach Norden.“

Selbst hat Wedekind mit den Bienen Glück gehabt. Beide Völker sind über den Winter gekommen. Das war in den vier Jahren davor nicht so. „Im Herbst fanden ausgeflogene Bienen nicht in den Stock zurück. Ich vermute, es liegt am Spritzen der sogenannten Neonikotinoide. Diese Gruppe von Insektiziden stört den Orientierungssinn“, so Wedekind. Der Einfluss dieser Gifte dürfte seiner Meinung nach zu den Verlusten bei den Imkerkollegen beigetragen haben.

Mit dem aktuellen Einsetzten der Rapsblüte brummt es wieder in den Völkern. Wenn die gelben Blüten leuchten, ist auch die Zeit, in der am meisten Honig produziert wird. „Im Jahrhundertjahr 2014 kam ich mit einem Volk auf 55 Kilogramm. Mit so einem Ergebnis rechne ich dieses Mal nicht wieder.“ Allerdings kalkuliert er damit, dass er seinen Bienen im Sommer über die Runden helfen muss. „Die Landwirte in der Umgebung bauen vornehmlich Raps an. Wenn der verblüht ist, wird die Auswahl an Nahrungspflanzen knapp. Zufütterung mit Zuckerlösung kann dann nötig sein.“

Sein Anliegen ist es aber, nicht nur über die Nutzinsekten selbst, sondern auch über ihre Haltung, zu informieren. Das macht er auf dem Gelände mit zwei Bienenhäusern, vielen ausgestellten Typen der als Beuten bezeichneten Bienenwohnungen und gut 300 Spezialgeräten. Am Museumstag am 17. Mai zeigt er die Schau von 10 bis 17 Uhr. „Ich setze einen Schwerpunkt bei der Imkerei in der Lüneburger Heide. Die erfolgt in der Regel mit Bienenkörben.“ Auf ein Ausstellungsstück ist er besonders stolz: Eine Honigpresse von 1840, also aus der Zeit, als das Schleudern noch nicht erfunden war.

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