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Bürgermeister zahlt Geldgeschenk selbst

Feuerwehr Quarnbek Bürgermeister zahlt Geldgeschenk selbst

Weil über der Gemeinde Quarnbek der Pleitegeier kreist, griff Bürgermeister Klaus Langner am Freitag in seine private Kasse. Er finanzierte ein Geldpräsent für drei zu ehrende Feuerwehrleute bei der Jahresversammlung der Brandschutztruppe selbst. Das Geschenk wäre sonst ausgefallen.

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Bürgermeister Klaus Langer (Mitte) ehrte mit Ortswehrführer Hans-Georg Petersen (rechts) die Kameraden Torsten Röschmann (von links) und Volker Gundlach für 30 Jahre aktiven Dienst. Timo Mevs bekam das silberne Ehrenabzeichen für 25 Jahre.

Quelle: Sven Janssen

Quarnbek. Eigentlich hätte es in Quarnbek am Freitagabend eine ganz normale Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr sein können. Man lässt die Einsätze des Jahres Revue passieren, spricht anstehende Beförderungen aus und ehrt die verdienten Mitglieder. In einer Gemeinde, über der der Pleitegeier schwebt und die derzeit keinen gültigen Haushalt hat, ist das schwer.

 Sieht man es formal, dann hätte Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) den drei Geehrten, die mehrere Jahrzehnte im aktiven Dienst sind, nicht das übliche Geldgeschenk geben dürfen, das die Ehrenordnung vorsieht. Langer entschied anders und zahlte die insgesamt 140 Euro aus eigener Tasche. So bekam Timo Mevs für 25 Jahre aktiven Dienst nicht nur das Brandschutz-Ehrenzeichen in Silber, sondern, wie auch Volker Gundlach und Torsten Röschmann für jeweils 30 Jahre aktiven Dienst das vorgesehene Geldpräsent.

 In der Wehr rumort es trotzdem. Dazu trägt auch der politische Umgang mit der Finanzmisere der Gemeinde bei. „Wir wünschen uns klare Ansagen von der Politik und wollen nicht Jahr für Jahr aufs neue vertröstet werden“, sagte Ortswehrführer Hans-Georg Petersen mit Blick auf das Löschfahrzeug, auf dessen Bestellung die Wehr schon länger wartet. Das alte Löschfahrzeug musste 2015 für insgesamt acht Wochen in die Werkstatt, und stand der Wehr im Einsatzfall nicht mehr zur Verfügung. Rund 15000 Euro mussten für die nötigsten Reparaturen gezahlt werden. Die Feuerwehr gerate zwischen die Mühlen der Parteien, das sei nicht gut, so Petersen, der auf Besserung hofft.

 13 Mal rückte die Wehr, die insgesamt 24 Aktive zählt und mit zehn Jugendlichen keine Nachwuchssorgen hat, im vergangenem Jahr aus. Der wohl kurioseste Einsatz war am 17. Dezember, als die Feuerwehr einem Fahrzeug helfen sollte, das sich zwischen Flemhuder See und Schleuse festgefahren hatte. Die beiden bewaffneten Insassen kamen, nach Angaben der Feuerwehr, vom israelischen Geheimdienst und begleiteten an diesem Tag die Kanal-Durchfahrt eines neuen U-Bootes von Land aus.

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