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Löschen mit Spritze und Axt

Neuwittenbek Löschen mit Spritze und Axt

Eine brennende Scheune, Einweihung eines Gerätehauses und eine Handdruckspritze im Einsatz: Schwarzweiß-Bilder dokumentieren die Geschichte der Feuerwehr Neuwittenbek, die jetzt ihr 125-jähriges Bestehen feiert. Das Jubiläumsfest steigt vom 19. bis 21. Juni. Vorab geben Karl-Dieter Born und Norbert Jöhnk einen Einblick in die Historie.

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Bereiten im Festausschuss die Jubiläumsfeier zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr Neuwittenbek vor: Karl-Dieter Born (links) und Norbert Jöhnk.

Quelle: Jan Torben Budde

Neuwittenbek. „Man guckt hilflos auf die Flammen wie ein kleiner Junge“, erinnert sich Born an den Tag, als seine Entscheidung fiel, in die Feuerwehr Neuwittenbek einzutreten. Das war im Herbst 1979. Auslöser war damals der Brand auf einem Bauernhof in Altwittenbek. Er bereute den Entschluss nicht. „Unsere Kameradschaft ist bombastisch“, schwärmt der 63-Jährige, der 18 Jahre lang stellvertretender Wehrführer war und ebenso wie Jöhnk dem Festausschuss angehört.

Nach ihren Worten steht das Konzept für das dreitägige Jubiläumsfest. Für den Kommers mit geladenen Gästen ist ein Vortrag über die Geschichte der Wehr geplant, wofür beide bereits in einer Chronik blätterten, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens entstanden war. Demnach wurde die Feuerwehr Neuwittenbek am 13. März 1890 gegründet. „Wie viele Männer damals dabei waren, wissen wir nicht“, sagt Born. Ein Gründungsprotokoll liege nicht vor. Es gibt aber eine Liste der Wehrführer, wonach ein gewisser Peter Radbruch als erster diesen Posten bekleidete. Auch Norbert Jöhnks Familie ist gut vertreten: „Mein Urgroßvater, Großvater und Vater waren Wehrführer“, erzählt der 63-Jährige. Er selbst ist immerhin Gerätewart.

Frisch aus der Taufe gehoben, ließ der erste Einsatz nicht lang auf sich warten: Am 18. April 1890 brach laut Chronik in den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden eines Bauernhofes ein Brand aus. Fahrzeug? Fehlanzeige. Zur Ausrüstung gehörten damals unter anderem Feuer- und Dachleitern, Löschbesen, Harke, Axt, Laternen und Nebelhörner. Auf einem Foto, das um die vorvergangene Jahrhundertwende entstand, ist die Feuerwehr mit einer Spritze auf Rollen zu sehen. Born: „Sie wurde per Handdruck bedient und von Pferden gezogen.“

Wegen des Bombenhagels im Zweiten Weltkrieg musste die Feuerwehr Neuwittenbek nach Kiel und Hamburg ausrücken. Ein örtlicher Fuhrunternehmer stellte einen Lkw zur Verfügung. Ihr erstes eigenes Fahrzeug bekamen die Brandbekämpfer vom Nord-Ostsee-Kanal 1946: Ein ausgedienter Opel Blitz, der noch von der Wehrmacht stammte, wurde umgerüstet und rot lackiert – der Wagen war bis Ende der 50er Jahre im Einsatz. Jetzt hat die Wehr ein Löschfahrzeug (LF 10/6) und einen Mannschaftstransportwagen (MTW). Das aktuelle Gerätehaus wurde Born zufolge 1990 bezogen.

Was die Einsätze betrifft, ist ihm nicht nur besagtes Feuer in Altwittenbek in Erinnerung geblieben. 1983 musste die Wehr wegen einer versuchten Brandstiftung in den Wald (Plotzenbrook) eilen. Vier Jahre später fing eine Scheune auf Gut Warleberg Feuer. Und vor wenigen Jahren gab es einen Leichenfund am Nord-Ostsee-Kanal, wo die Wehr den Ort ausleuchten musste.

 Nachwuchssorgen? „Wir haben junge Leute“, freut sich Born. Die Feuerwehr Neuwittenbek (37 Aktive) sei gut aufgestellt. Sie habe die Leistungsbewertung „Roter Hahn Stufe 4“ als erste im Amtsbereich Dänischer Wohld geschafft, 2016 werde Stufe 5 in Angriff genommen. Zudem treffen sich die Feuerwehrleute, darunter eine Frau – zu Kameradschaftsabenden, organisieren das Maibaumaufstellen und begleiten Laternenumzüge. Beim Jubiläum im Juni steigen zudem ein Festball und der Amtsfeuerwehrtag.

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