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Eine einmalige Übung

Feuerwehren in Hohn Eine einmalige Übung

Rauchschwaden quellen unter dem Rumpf einer Transall hervor, aus dem Cockpit rufen Menschen um Hilfe. Mit einem Notlandungs-Szenario wurden am Sonnabend 100 Einsatzkräfte von acht Freiwilligen Feuerwehren und drei DRK-Bereitschaften beim Luftransportgeschwader 63 auf dem Flugplatz Hohn konfrontiert.

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Wabernde Rauchschwaden simulierten bei der Übung von acht Freiwilligen Feuerwehren auf dem Flugplatz Hohn an der Transall ein Feuer.

Quelle: Beate König

Hohn. Drei Monate hatten Amtswehrführer Jan Traulsen und Reiner Dickopp, Leiter der Bundeswehrfeuerwehr auf dem Flugplatz, die Übung geplant. Ziel: Die Feuerwehrleute mit Terrain bekannt machen, das nicht zu ihrem Alltag gehört. Eine wohl einmalige Übung: Für Privatleute ist der Militärflugplatz gesperrt. Nur beim Tag der offenen Tür können Zivilisten die Flugzeuge besichtigen, meistens nur von außen. Für die Übung standen die 45 Jahre alte Transall 50+75, eine von 24 in Hohn stationierten Maschinen, und ein Lear Jet auf dem Rollfeld parat.

„Wir sind davon ausgegangen, dass beide Triebwerke der Transall ausgefallen sind und die Maschine auf einer Wiese landen musste“, erläuterte der auf dem Platz für die Flugsicherheit zuständige Oberstleutnant Paul Gattinger. „Es ist eine Übung für die Atemschutzträger“, ergänzte Traulsen.

Im Bauch der Transall: Brandschutzmeister Kim Jesse (rechts) von der Flugplatzfeuerweh Hohn erläutert Feuerwehrleuten Rollbänder, Ausstiege und Türöffner-Systeme.

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Über Stunden wies Ulf Berger, Ausbilder und Truppführer der Flugplatzfeuerwehr, kleine Gruppen in den Rettungsablauf im Cockpit ein. Zwischen den vier Sitzen für die Piloten, den Navigator und den Techniker ist für Atemschutzträger mit Sauerstoffflasche auf dem Rücken und großem Helm nur wenig Raum. „Einer bleibt unten an der Treppe und nimmt die Verletzten entgegen.“ Nächster Schritt der Rettungsroutine: Lüften. „Das Fenster hat einen blauen Knopf zum Öffnen.“ Dann sieben Kraftstoffhähne an der Decke über den Köpfen der Piloten schließen, den Strom ausschalten. „Einfach die Crashleiste drücken“, zeigte Berger in einem Mosaik aus Drehknöpfen, Kippschaltern und Anzeigen auf dem Armaturenbrett. Janne Sieh von der Feuerwehr Hohn kommentierte als Verletzten-Darstellerin auf dem Co-Piloten-Platz die Einführung beeindruckt: „Aufregend.“

Im Heck machte parallel Oberbrandschutzmeister Kim Jesse Atemschutzträger mit dem Einstieg und dem Öffnungsmechanismus der Türen vertraut. „So bekommt ihr mehr Licht.“ Ohne Leiter hievten sich die Feuerwehrleute durch die Tür in Schulterhöhe an Bord. „Achtung: Rollenbänder, Ketten und Aussparungen im Boden – alles Stolperfallen“, zeigte Jesse. 

Zweites Übungsobjekt: Ein Lear Jet der Gesellschaft für Flugzieldarstellung GmbH (GfD). 13 der bis zu 800 Kilometer pro Stunde schnellen Maschinen der GfD sind in Hohn stationiert. Feuerwehrleute aus Fockbek, Hohn, Alt Duvenstedt, Nübbel, Hamdorf, Elsdorf-Westermühlen, Friedrichsholm und von der sechsten Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Rendsburg lernten auch hier die richtigen Handgriffe am Tür-Schließmechanismus und den Rettungsweg aus dem schmalen Cockpit kennen.

Kommodore Hartmut Zitzewitz stellte während der Übung klar: Bei einer realen Notlandung auf dem Flugplatz wären zuerst, binnen einer Minute, die drei Löschwagen der Flugplatzfeuerwehr am Unfallort. Mit bis zu 16 bar Leistung schießen sie Wasser, Schaum oder Pulver aus Löschrohren Richtung Feuer, bis zu 12500 Liter in zwei Minuten. Die Freiwilligen Wehren aus den Nachbargemeinden würden im Ernstfall zur Unterstützung alarmiert, unter anderem, um die Wasserversorgung mit Schläuchen aufzubauen. „Die Übung ist nur ein Handlungstraining.“

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