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20 Minuten über Flüchtlinge

Filmprojekt in Bordesholm 20 Minuten über Flüchtlinge

Eine Dokumentation zum Thema Flüchtlinge in Bordesholm will Bernd Renneberg im Savoy-Kino vorstellen. Seit drei Monaten begleitet der Filmemacher Aktivitäten wie Deutschkurse, interviewt Neuankömmlinge und lässt Einwohner zu Wort kommen. Der Streifen soll Ende des Jahres gezeigt werden.

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Bernd Renneberg hat mit seiner Kamera unter anderem Flüchtlinge in Bordesholm begleitet.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Etwa zur Zeit des ersten Golfkriegs Anfang der 90er-Jahre war Bernd Renneberg beruflich und privat in Syrien, Irak und der Türkei unterwegs. Bereits damals griff der gebürtige Kieler zur Filmkamera und bannte vor allem Urlaubseindrücke auf Zelluloid. Unter dem Eindruck der Anschläge auf Asylbewerber in Mölln und Hoyerswerda wurde er „politisch“, wie Renneberg sagt. Als Mitglied des Arbeitskreises Kieler Auslandsvereine reiste der heute 68-jährige Bordesholmer mit Skinheads aus Hoyerswerda in die Türkei, später filmte er zerstörte Dörfer und Flüchtlinge in kurdischen Gebieten. Aufnahmen davon sowie aus einem früheren Dokumentarfilm über die Nortorfer Partnergemeinde Wollin fließen in die neue Produktion ein.

 Mit dem voraussichtlich 20-minütigen Streifen will Bernd Renneberg einen eigenen Beitrag leisten zur Diskussion um die Flüchtlingsproblematik. „Ich will Verständnis wecken für die Probleme der Flüchtlinge und der Bordesholmer“, erklärte der Architekt und Elektroingenieur im Ruhestand. Dafür baute Renneberg sein Kamerastativ beim jüngsten Benefizkonzert des Freundeskreises Asylsuchende auf, filmte kickende Flüchtlinge auf dem TSV-Gelände, sprach mit Deutschkursteilnehmern und wollte am gestrigen Donnerstagabend auch die Einwohnerversammlung in der Sporthalle der Bordesholmer Lindenschule besuchen.

 Für Emotionen dürften auch Bilder von Rettungsaktionen im Mittelmeer sorgen, die der Hamburger Verein „See-Watch“ dem Filmemacher zur Verfügung stellte. „Erst Demonstrationen des Vereins sorgten dafür, dass jetzt auch die Bundesmarine Flüchtlinge aus Seenot rettet“, erzählte Renneberg. Die Schauspielerin und Regisseurin Birgit Bockmann wird den Kommentar sprechen, Sohn Lasse Renneberg kümmert sich um grafische Animationen. Achteinhalb Minuten sind im Keller-Studio seines Hauses bereits fertig. Wann genau der Film fertig ist, ließ er offen: „Es ändert sich ja täglich etwas, aber irgendwann muss ich einen Schnitt machen.“

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