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Flashmob auf dem Marktplatz

Kronshagener Chor Flashmob auf dem Marktplatz

Müssen Sänger mutig sein, um Erfolg zu haben? Anke Paulus aus Kronshagen ist davon überzeugt – auch wenn ihr diese Aktion nicht leicht gefallen war: Bei der jetzigen Reise des Chores Kronshagen in den Nordharz machten die rund 50 Sängerinnen und Sänger mit einem Flashmob auf sich aufmerksam.

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Chorreise nach Quedlinburg: In der gut besuchten Kirche St. Blasii gaben die Kronshagener ein Konzert.

Quelle: Klaus-Michael Umlauff

Kronshagen. Plötzlich formierten sie sich auf dem Marktplatz in Quedlinburg, Chorleiter Imre Sallay gab das Zeichen, und schon ertönte das russische Lied Katjuscha/Kalinka.

 „Im ersten Moment war ich sehr angespannt“, räumt Anke Paulus ein. Als sie aber die Mimik der Leute auf dem Marktplatz sah, fühlte sie sich ermutigt. Beim zweiten Lied Die launige Forelle war die Anspannung völlig verflogen. „Das war unser allererster Flashmob. Insgesamt drei Mal haben wir auf diese Weise auf unser Konzert in der Kirche St. Blasii hingewiesen“, sagt Silke Umlauff vom neuen Festausschuss des Chores. Zusammen mit Maren Jeß, Margrit Nöhren und Ilona Dirks von Felden hatte sie die sechstägige Reise minutiös vorbereitet.

 Der Flashmob zeigte Wirkung. Obwohl der Kronshagener Chor in Sachsen-Anhalt so gut wie unbekannt ist, füllte sich die St. Blasii-Kirche in der Altstadt erstaunlich schnell. „Mit etwa 150 Zuhörern war sie fast voll“, freute sich Silke Umlauff. Selbst an Konzertprofi Imre Sallay, Leiter des Kieler Kammerorchesters, ging die Resonanz nicht spurlos vorüber: „Als ich sah, wer da mitten in der Ferienzeit alles kommt, war ich total berührt.“ Die Kronshagener traten in schwarzer Kleidung mit bunten Tüchern auf und gaben ein Konzert, das mit dem Amen aus Israel begann und neben Werken von Mozart und Brahms auch ein Schlagermedley der 50er und 60er Jahre enthielt.

 Damit den stehenden Sängern während des gut einstündigen Programms nicht die Beine einschliefen, entschlossen sie sich zu einem erneuten Flashmob: Singend schwärmten sie in der rund 800 Jahre alte Kirche aus – Standing Ovations im Publikum und begeistertes Klatschen für Zugaben. Auf derartige Überraschungen können sich die Zuhörer auch beim Herbstkonzert des Chores am Sonnabend, 26. September, im Bürgerhaus Kronshagen einstellen.

 Für Sänger Matthias Tzschätzsch war es die erste Chorreise. „Ich bin jetzt noch voller toller Eindrücke. Gesang verbindet, hält jung und öffnet Herzen“, sagt er sichtlich beseelt. Seine Erwartungen an die sechs Tage seien bei weitem übertroffen worden. Neben den musikalischen Auftritten absolvierten die Sänger auch ein vielseitiges Kulturprogramm in der von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuften mittelalterlichen Stadt mit gut 2000 Fachwerkhäusern. Natürlich ging es auch dabei nicht ohne Singen ab. Im Bergtheater Thale mit einer großen Freilichtbühne sowie im Goethesaal der Trübeländer Tropfsteinhöhlen sangen sie das Ave Verum Corpus von Mozart sowie das Amen. „Das war eine tolle Akustik“, schwärmt Vorsitzende Annemargret Kühntopf.TM

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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