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Eine Gehhilfe für die kleine Saisa

Flintbek Eine Gehhilfe für die kleine Saisa

Eigene Schritte machen konnte Saisa bislang nur, wenn Erwachsene sie an beiden Hände führten. Die Fünfjährige hat gelähmte Beine. Seit Freitag erlebt das Flüchtlingsmädchen die Welt laufend neu.

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 "Danke, danke, danke, danke!" Saisa (5, vorn) freut sich überschwenglich. Das in den Beinen gelähmte Mädchen bekam einen Walker als Gehhilfe geschenkt. Ihre Mutter Khanem Alo (von links), Lieselotte Klotz-Roßmeißl und Melanie Weber von der Flüchtlingshilfe machten es möglich, Mahmed (4) freut sich für seine Schwester.

Quelle: Beate König

Flintbek. Ein geschenkter Walker, eine Gehhilfe, ebnet zuhause ihren Weg in die Selbstständigkeit. Überglücklich machte sie ihre ersten Schritte allein.

 „Danke, danke, danke, danke!“ sagte das Mädchen und drückte erst Flüchtlingshelferin Melanie Weber, dann die Spenderin Lieselotte Klotz-Roßmeißl ganz fest. Dann packte sie die Griffe der Gehhilfe und lief davon. Fast so schnell wie ihr Bruder Mahmed.

 Im Awo-Kindergarten hatte Saisa einen Walker benutzt. Die vier Vollgummireifen mit Rückfahrtstopp und den lenkerähnlichen Haltegriffen machten das Kind beweglich. Ausleihen durfte die seit einem Jahr in Flintbek lebende Familie aus Syrien den Bewegungshelfer nicht. Der Walker ist für alle behinderten Kita-Kinder da. Melanie Weber von der Flüchtlingshilfe Flintbek sah, wie das Kind von der Bewegung profitierte und machte sich für sie stark. Doch der Antrag bei der für Flüchtlinge zuständigen Krankenhilfe des Kreises auf Finanzierung der vom Arzt verschriebenen, rund 1000 Euro teure Gehhilfe wurde abgelehnt. Die Krankenhilfe hatte im Mai die zwei Orthesen, Bein- und Fußstützen, bewilligt. Weber blieb am Ball, schrieb Sanitätshäuser an, suchte bei Ebay und in Foren. Die Firma R82 antwortete. Für 200 Euro gab es ein Vorführgerät, sonst kosten gebrauchte Walker 500 Euro. Melanie Weber fand Lieselotte Klotz-Roßmeißl, die einen Teil der Kosten spendete. Die Flüchtlingshilfe unterstützte mit Einnahmen vom Kuchenverkauf der Flüchtlinge am 1. Mai.

 Flüchtlinge werden gemäß Paragraph 6 des Asylbewerbergesetzes bei Krankheit versorgt, erklärt Hendrik Brede vom Amt für Bürgerdienste, die Verfahren sind unterschiedlich: „Die Flüchtlinge erhalten beim Sozialamt einen Krankenschein, mit dem sie zum Arzt gehen. Der verschreibt das passende Hilfsmittel und stellt seine Arbeit bei der Krankenhilfe des Kreises in Rechnung.“ Die Flüchtlingsbetreuer holen für verschriebene Hilfsmittel Kostenvoranschläge ein, die reichen sie beim Amt ein, das im Auftrag des Kreises arbeitet. Der Kreis entscheidet. Medikamente erhalten Flüchtlinge ohne Zuzahlung. Therapiekosten werden übernommen, wenn die Betreuer vorab beim Kreis eine Überweisung des Hausarztes zu einem Therapeuten vorlegen. „Bewilligt der Kreis Hilfsmittel nicht, versuchen wir andere Töpfe zu finden, etwa über die Flüchtlingshilfe.“ Eine Krankenkarte soll in Zukunft die Verfahren vereinfachen. „Wir wissen nicht, wann sie kommt.“ bk

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