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Familie von Abschiebung bedroht

Flüchtlinge aus Nortorf Familie von Abschiebung bedroht

Yasar Jamshidi (12) aus dem Iran ist mit seiner Familie von Abschiebung bedroht. Yasar ist an der Gemeinschaftsschule Nortorf Klassenbester, auch die übrigen Familienmitglieder sind bestens integriert. Der Freundeskreis der Asylsuchenden will nun eine Abschiebung verhindern.

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Yasar Jamshidi (12) ist seit zwei Jahren Klassensprecher, dazu Klassenbester. Die Lehrer Marlen Requardt und Oliver Suwito stehen hinter dem Schüler aus dem Iran, der vor drei Jahren nach Deutschland kam.

Quelle: Beate König

Nortorf. Als der Schüler Yasar Jamshidi seinem Lehrer Oliver Suwito anvertraute, dass seine Familie einen Ablehnungsbescheid des Asylantrags bekommen hat, war der Klassenlehrer bestürzt. „Yasar ist Klassenbester und seit zwei Jahren Klassensprecher“, sagt Suwito. Im September 2013 war die Familie Jamshidi aus dem Iran geflüchtet, weil sie wegen ihres Glaubens – sie sind konvertierte Christen – verfolgt wurde. Jetzt droht der in Nortorf lebenden Familie binnen eines Monats die Abschiebung.

Oliver Suwito, die zweite Klassenlehrerin Marlen Requardt und Gemeinschaftsschulleiter Timo Off machen sich für den Sechstklässler und seine Familie stark. Die Frage nach einer geglückten Integration stellt sich für sie bei Yasar nicht. „Wünschenswert in allen Belangen“, sagt Suwito über den Schüler. Daz-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache) brauchte Yasar nicht, sein Deutsch ist fließend. Der Zwölfjährige, der auch englisch und persisch, dazu etwas ägyptisch spricht, dolmetscht bei den Ämtern für seine Eltern.

„Ich habe fünf Einsen, fünf Zweien und eine Drei in Verbraucherlehre im Zeugnis“, erzählt der Schüler, der vor der bedrohlichen Nachricht ein fröhlicher Junge war. Seine Mitschüler mögen ihn, er kann Streit in der Klasse schlichten. Er wurde als junger Pianist zu Auftritten bei der Einführung der Fünftklässler in der Schule und beim Grundschulfest eingeladen.

Jetzt ist alles anders: „Ich kann mich nicht mehr gut konzentrieren“, erzählt Yasar. Die Ungewissheit über ihr zukünftiges Schicksal lastet schwer auf der Familie. „Vor der nächsten Mathe-Arbeit habe ich Bammel.“

Dennoch machen die Jamshidis erst mal weiter wie vorher. Sie halten am Alltag fest. Zahra, Yasars 23-jährige Schwester, fährt jeden Tag nach Kiel zur Schule und macht ein Praktikum im Hage-Baumarkt. Mit Glück kann sie dort eine Ausbildung machen. Seine Mutter geht zum Deutschunterricht. Sein Vater, ein gelernter Schweißer und Teppichhändler, hat ein Praktikum in der Gärtnerei Rumpf begonnen und spielt im TuS Nortorf Fußball.

Der Freundeskreis für Asylsuchende im Amt Nortorfer Land (Fanl) setzt sich für das Bleiberecht der Familie ein. Über einen Anwalt wurde Widerspruch gegen den Bescheid beim Verwaltungsgericht in Schleswig eingelegt „Für Flüchtlinge aus dem Iran ist die Anerkennungsquote der Asylanträge nicht schlecht“, sagt Torsten Döhring, Flüchtlingsbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein. Er betont: „Wir sind grundsätzlich dagegen, dass Familien abgeschoben werden.“ Sein Rat an die Familie: erkennbar Integrationswillen zeigen. Dazu zählen gute Schulnoten, eine Ausbildung oder ein fester Job. „Dann kann die Duldung verlängert werden.“

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