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"Eine völlig neue Dimension"

Flüchtlinge "Eine völlig neue Dimension"

Die Prognosen stimmen nicht mehr. Jetzt geht der Kreis Rendsburg-Eckernförde davon aus, dass bis zu 5000 Flüchtlinge in diesem Jahr kommen. Auch das Erstaufnahme-Camp in der Büsumer Straße in Rendsburg reicht vermutlich nicht mehr.

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Reicht das Flüchtlingscamp in der Büsumer Straße in Rendsburg? Bürgermeister Pierre Gilgenast hat Zweifel.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Seit Ende August ging der Kreis Rendsburg-Eckernförde davon aus, dass er rund 2700 Flüchtlinge in den Städten und Gemeinden unterbringen muss. Diese Zahl gelte nicht mehr, sagte Landrat Rolf-Oliver Schwemer am Mittwoch nach dem Flüchtlingsgipfel bei der Landesregierung. „Es kann in die Größenordnung von 5000 gehen.“ Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast geht davon aus, dass das Erstaufnahme-Camp an der Büsumer Straße nicht mehr ausreicht.

Am kommenden Dienstag will der Landrat Bürgermeister und Amtsvorsteher im Kreis Rendsburg-Eckernförde auf die neue Lage vorbereiten. Konkrete Zahlen für die Kreise habe das Innenministerium am Mittwoch nicht genannt. Das Land gehe davon aus, dass statt der im August erwarteten 27.000 Flüchtlinge rund 50.000 Menschen in diesem Jahr kommen. Was das für den Kreis bedeutet? „Wir hoffen, dass wir bis zum Wochenende Klarheit vom Innenministerium bekommen“, sagte Schwemer. Ansonsten werde der Kreis den Bürgermeistern und Amtsvorstehern am Dienstag eine eigene Prognose liefern. „Diese wird irgendwo zwischen 2700 und 5000 liegen.

Bisher hatte das Land angekündigt, das Containerdorf an der Büsumer Straße in Rendsburg als Erstaufnahme solle bis zu 800 Menschen Platz bieten und ein auf 18 Monate begrenztes Lager sein. Er gehe davon aus, dass beides nicht mehr zu halten ist, sagte Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast. Voraussichtlich sei ein „deutlicher Ausbau“ in der Büsumer Straße nötig.

Bisher war die Stadt Rendsburg davon ausgegangen, dass sie in diesem Jahr 192 Flüchtlinge in Wohnungen dezentral verteilen muss. 77 Menschen haben schon eine Bleibe, sagt der Bürgermeister. Aber angesichts der neuen Prognosen muss er mit einer Gesamtzahl von 400 Flüchtlingen rechnen. „Das müssen wir erst einmal verdauen. Mit dem heutigen Tag bekommt das eine völlig neue Dimension.“ Wegen des lange anhaltenden Zustroms von Flüchtlingen müsse die Stadt voraussichtlich in den Bau von neuen Schlichtwohnungen einsteigen und zusätzlich langfristig Wohnungen anmieten.

Zu dem Flüchtlingsgipfel mit Städten, Ämtern und Gemeinden auf Kreisebene am Dienstag sagte Landrat Rolf-Oliver Schwemer: „Wir müssen gemeinsam überlegen, wie wir die Herausforderung schaffen.“ Und: „Wir müssen den Menschen sagen, dass damit immense Kosten verbunden sind und immense Herausforderungen in die Integration. Das wird spürbar werden bis hinunter auf die örtliche Ebene.“ Mit Blick auf die Kosten sagte der Landrat: Es gebe keine Gemeinde, die für die Aufnahme von Flüchtlingen Rücklagen gebildet habe.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
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