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Stimme der Flüchtlinge

Bürgerpreis Stimme der Flüchtlinge

Die Theatergruppe Szol Ha aus Rendsburg hat den schleswig-holsteinischen Bürgerpreis in der Kategorie Alltagshelden erhalten. Flüchtlinge verarbeiten in der Gruppe ihre Erlebnisse. Am Wochenende treten sie in den Kammerspielen im Landestheater in Rendsburg auf.

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Die Theatergruppe Szol Ha probt für die Vorstellungen am Wochenende.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Probe in den Kammerspielen: Auf der düsteren Bühne wirft eine Frau mehrmals den grade über sie gelegten Schleier ab. Sie will ihn nicht. Am Ende verliert sie ihr Leben in Freiheit: Fünf Personen wickeln sie in ein Leichentuch. Die Frau weint.

Die Frau ist Rosana Trautrims, die Brasilianerin lebt mit ihrer Familie seit zehn Jahren in Büdelsdorf. Sie leitet die Theatergruppe Szol Ha. Wie das kam? Rosana Trautrims berät Flüchtlinge: „Ich habe gefragt, ob sie Lust haben, ihre Geschichte zu erzählen.“

Szol Ha heißt Frieden auf Paschto, einer Sprache in Afghanistan. Die Schauspieler sind Asylbewerber aus Afghanistan, Saudi Arabien, Aserbaidschan, Syrien, aus dem Iran und aus dem Jemen. In der Theatergruppe wollen sie verarbeiten, was sie auf dem Weg nach Europa und nach ihrer Ankunft hier erlebt haben. Seit zwei Jahren ist die Gruppe in wechselnder Besetzung unterwegs, war im Thalia Theater in Hamburg, im Gymnasium Kronwerk in Rendsburg, auch in Flensburg

Ihr Stück „Der Weg in die Freiheit und zurück“, ist am 20. und 21. November um 19.30 Uhr in den Kammerspielen des Landestheaters in Rendsburg zu sehen. Es ist die erfundene Geschichte von Kamran, der aus dem Iran flüchtete.

Hamid Ariarman ist der Erzähler auf der Bühne: „Wir möchten erzählen, warum wir hier sind, was passiert in unserem Land. Es soll eine Stimme für Flüchtlinge sein.“ Der 31 Jahre alte Afghane ist seit elf Monaten hier. Er floh aus Herat in Westafghanistan.

„Es ist manchmal schwer zu proben“, sagt Rosana Trautrims über die Darsteller, „weil ein Wort manchmal der Auslöser ist, der sie in die Vergangenheit bringt. Sie beginnen dann zu erzählen von Flucht, Folter und Verfolgung. Dann fließen auch Tränen.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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