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Flüchtlinge laden Nachbarn ein

Westensee Flüchtlinge laden Nachbarn ein

Ein Gartenfest zum Danke sagen, das hatten die Flüchtlinge Mehari, Kidane, Mukhtar, Filmon, Measho, Mulue und Yonas am Sonntag bei sich in Westensee organisiert und alle Helfer eingeladen.

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Mit einem Fest in ihrem Garten sagten die sieben Männer aus Eritrea den Westenseern Danke, die sie seit ihre Ankunft im Juni unterstützen.

Quelle: Sven Janssen

Westensee. Seit Juni bewohnen die sieben Eritreer, die zwischen 20 und 40 Jahre alt sind, gemeinsam das Haus in der Gärtnerkoppel 3. Sie kamen als Fremde, kannten sich untereinander nicht, heute sind sie Nachbarn und Freunde, das wurde am Sonntag schnell deutlich.

 „Kurz bevor sie hier ankamen war ich richtig zornig“, erinnert sich Nachbarin Brigitte Kohl (73). Nicht von der Gemeinde hatte sie erfahren, wer in das Haus einzieht, sondern erst aus der Zeitung. Unmöglich fände sie das, und dabei hätten sie doch gerne schon viel vorbereitet, um die „Jungs“, wie sie sie liebevoll nennt, gleich am ersten Tag willkommen zu heißen.

 An die erste Begegnung erinnert sie sich gut: „Einen Tag nach dem Einzug standen sie morgens um halb acht Uhr hier vor der Tür und fragten, ob wir ihn zeigen könnten, wie der Ofen funktioniert, um sich Wasser für Tee zu kochen.“ Klar wurde geholfen und in der Zeit danach noch mehr. Schon am Wochenende waren alle bei Kohls zum Essen eingeladen, Nachbarn dazu geholt und das Nötigste organisiert. Auch Fahrräder gehörten dazu.

 „Unsere Nachbarn sind alle so nett, das ist schön“, sagen die Sieben. Die Feuerwehr hat sie zum Sommerfest eingeladen, in der Kirche haben sie riesig Spaß daran, die Glocken zum Gottesdienst zu läuten, es wird Fußball gespielt und auch sonst machen die jungen Männer einen glücklichen Eindruck. Der darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten von ihnen verheiratet sind und Kinder haben oder die Familie noch in Eritrea lebt. Schwer sei die Flucht über den Sudan, Äthiopien, Libyen und Italien gewesen. „Ich habe Heimweh“, sagt einer von ihnen, die anderen nicken. Die einzige Verbindung zu ihren Familien ist das Smartphone. Erst wenn sie anerkannt sind, können sie ihre Familien nachholen.

 „Bis dahin müssen wir warten“, sagen sie. Zeit, die sie nutzen, jeden Tag mindestens zwei Stunden Sprachunterricht, denn „die Sprache ist uns wichtig.“ Unterstützt werden sie auch vom Freundeskreis Flüchtlingshilfe Jägerslust, der den Unterricht organisiert. Vorstandsmitglied und Westenseer Klaus-Detlef Neumann ist fast täglich im Haus. „Die Willkommenskultur muss jetzt zur Begleitkultur werden“, sagte er. In Westensee scheint das zu klappen. Ausgelassen wurde gefeiert, gemeinsam getanzt und zur Gitarre gesungen. sen

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