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Flüchtlinge und Flintbeker feiern das Newroz Fest

Gemeindehaus Flüchtlinge und Flintbeker feiern das Newroz Fest

Flüchtlinge aus verschiedenen Nationen und Einheimische feierten am Sonnabend in Flintbek zusammen das Newroz Fest – erstmals im Gemeindehaus und organisiert vor allem von den örtlichen Flüchtlingen.

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Viele Flüchtlinge und Einheimische reihten sich zur Musik des Tanbour-Spielers Jamshid in den Tanzkreis ein.

Quelle: Sven Tietgen

Flintbek. Ungewohnte Klänge schallten am Wochenende durch den Saal der Kirchengemeinde Flintbek: Eine Tanbour, rhythmisch gespielt vom Musiker und Sänger Jamshid, lieferte die Basis für einen Kreis aus tanzenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Seit über 2700 Jahren wird das auch als Frühlingsfest bezeichnete Newroz in der Türkei, im Iran, in Syrien und weiteren Ländern gefeiert, erzählte Yehya Joli. „Bei uns zu Hause wurde bis zu sieben Tagen Newroz gefeiert, vor allem unter freiem Himmel und um ein Feuer herum, aber bei dem Wetter hier ist das nicht so gut möglich“, erklärte der Syrer und lächelte wehmütig. Das in den Saal verlegte Fest lockte viele Gäste an: Rund 150 Besucher, darunter auch eine ganze Reihe von Flintbekern, kamen zur Frühlingsparty.

Offiziell organisiert wurde das Indoor-Newroz vom Flüchtlings-Freundeskreis, die meiste Arbeit übernahm ein Team aus Flüchtlingen. Das Organisationsteam um Stefan Teymouri Darah und Deutschlehrerin Jasmin Seddigh-Raig will mit dem Fest die vielen Kulturen in Flintbek zusammenbringen und gemeinsam eine Party feiern. „Die Flüchtlinge wollen so auch Kontakt mit den Einheimischen schaffen“, erklärte Jasmin Seddigh-Raig, die in Kiel Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. Mitglieder des Freundeskreises brachten Leckereien fürs Buffet mit, eine gemischte Gruppe aus Flintbekern und Einheimischen intonierte zum Auftakt ein gemeinsames Lied. Als Jamshid sein bauchiges Saiteninstrument anstimmt, strömten die ersten Gäste auf die Tanzfläche. Minütlich reihten sich weitere Besucher in den Kreis ein. Interessiert lauschte Besucherin Helga Tiebel den ungewohnten Klängen. „Wenn man Flüchtlinge aufnimmt, muss man sie und ihre Kultur auch kennenlernen. Ich war selber Flüchtling und kann mich deshalb auch in ihre Lage hineinversetzen“, sagte die 87-jährige Flintbekerin. Über die Freude am Tanzen und Feiern staunte Michael Hiob. „Toll, wie die Leute nach ihren Erfahrungen auf der Flucht so feiern , da können wir Deutsche uns eine Scheibe von abschneiden.“

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