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Neue Zuflucht in alten Kleingärten

Flüchtlingscamp Neue Zuflucht in alten Kleingärten

Das Flüchtlingscamp an der Büsumer Straße am nördlichen Stadtrand von Rendsburg soll umziehen. Voraussichtlich wird ein ehemaliges Kleingartengelände neuer Standort. Die rund 5,7 Hektar große Fläche zwischen der Friedrichstädter Straße und der alten Feldwebel-Schmid-Kaserne liegt näher an der Innenstadt.

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Das Kleingartengelände ist verwildert und teils unzugänglich. Das Land will es auf eigene Kosten herrichten.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Es geht um rund 1000 Asylbewerber, die untergebracht werden sollen. Die Fläche an der Büsumer Straße war ursprünglich für bis zu 800 Menschen geplant, die vorübergehend in Containern leben, bis sie auf neue Wohnorte im Land verteilt werden.

 Von den neuen Überlegungen berichten Politiker aus dem Rendsburger Senat. Der Platz an der Büsumer Straße reiche nicht für 1000 Menschen. Der Umzug sei noch vor Wintereinbruch geplant. Die Stadt sei Eigentümerin des rund 5,7 Hektar großen Kleingartengeländes, das Land werde das Gelände auf eigene Kosten herrichten. Das Land müsse Pacht zahlen, die noch verhandelt werden müsse. Es gebe noch keine Verträge. Auf der verwilderten und größtenteils unzugänglichen Fläche stehen noch verfallene Gartenlauben. Möglicherweise befänden sich auch asbesthaltige Baustoffe dort.

 Ein Termin für den Umzug stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin des Landespolizeiamts am Dienstag. Sie bestätigte, dass Kiel in Rendsburg Platz für rund 1000 Flüchtlinge schaffen will und laufende Gespräche über das ehemalige Kleingartengelände mit der Stadtverwaltung in dieser Woche, die möglicherweise kurzfristig mit einer Entscheidung enden.

 Bei der Büsumer Straße habe es sich von Anfang an nur um einen vorübergehend geduldeten Standort und eine „möglichst kurzfristige“ Lösung ohne baurechtliche Genehmigung gehandelt, sagte Rendsburgs Bauamtsleiter Frank Thomsen erstmals am Dienstag. Ein späterer Umzug zu einem anderen endgültigen Standort „war von Anfang an geplant“, erklärte der Angestellte. Angesichts des Zeitdrucks habe die Stadt die Büsumer Straße zur Verfügung gestellt.

 Baurechtlich stünde einem Umzug auf das ehemalige Kleingartengelände nichts im Weg. Eine Flüchtlingsunterkunft in Containern oder Hallen sei dort zulässig, sagte Thomsen. Baurechtliche Probleme könnte es dagegen an der Büsumer Straße geben, weil sich in der Nachbarschaft des Camps ein oberirdischer Gastank befindet, der in einer Erdmiete untergebracht ist. Sollte das Camp auf Dauer an der Büsumer Straße bleiben, bräuchte es eine Baugenehmigung, und ein Gutachter müsste klären, welche Risiken von dem Gaslager ausgehen. Öffentliche Kritik an dem Standort neben dem Gaslager hat der Rendsburger Sozialausschussvorsitzende Wolfgang Naber geäußert. Neben der gelebten Willkommenskultur dürften „Sicherheitsaspekte nicht ausgeblendet“ werden.

 Das Land hatte das Containerlager im Gewerbegebiet an der Büsumer Straße im August als damals größte vorübergehende Erstaufnahme-Einrichtung geöffnet. Nach Angaben des Innenministeriums ist in den Containern derzeit Platz für 712 Menschen. Das Lager platzt zeitweise aus den Nähten. Am Dienstag warten den Angaben zufolge rund 688 Flüchtlinge untergebracht, am Vortag seien es 750 gewesen. Flüchtlinge, die dort ausgezogen sind, berichten von einer teils unerträglichen Enge. Das Camp sollte nach dem ursprünglichen Plan dort 18 Monate bleiben. Dass das noch zu halten ist, erwartet Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast längst nicht mehr.

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Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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