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Flüchtlingsthemen bestimmten die Feier

Kronshagener Neujahrsempfang Flüchtlingsthemen bestimmten die Feier

Mit weit über 300 Besuchern gehört der Neujahrsempfang der Gemeinde Kronshagen zu den größten der Region. Einer läutete dabei am Mittwochabend bereits den Abschied ein: Bürgermeister Uwe Meister hielt seine letzte Neujahrsansprache.

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Uwe Hartwig erhielt von Bürgervorsteher Bernd Carstensen (CDU, rechts) und Bürgermeister Uwe Meister (hinten) den Ehrenteller der Gemeinde Kronshagen. Der jetzige Vorsitzende des Seniorenbeirates war langjährig Gemeindevertreter für die UKW und die CDU gewesen.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Das Händeschütteln zur Begrüßung der Gäste fiel deshalb ein bisschen länger aus. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde erschien gleich im Doppelpack mit Kreispräsident Lutz Clefsen (CDU) und Landrat Rolf-Oliver Schwemer. Mit von der Partie waren auch die Bundestagsabgeordneten Sönke Rix (SPD) und Thomas Stritzl (CDU). Gut gelaunt gab sich Kiels Stadtpräsident Hans-Werner Tovar (SPD): Spaßig forderte er Kronshagen auf, sich doch wegen der guten Sportanlagen um die Austragung der Olympischen Spiele zu bewerben. „Kiel steht gern als Segelpartner zur Verfügung.“ Soul-Musik mit Klassikern wie „Respect“ und „Lady Marmalade“ spielten die Funkomatics der Musikschule Kronshagen.

 „Das groovt! Da könnte ich glatt über den 31. Mai hinaus weitermachen“, kommentierte der scheidende Bürgermeister. Wie bei den Grußworten bestimmte das Thema Flüchtlinge auch seine Ansprache. „Wir werden auch 2016/17 für ein nachhaltiges Unterbringen und vor allem für die notwendige Integration der uns zugewiesenen Flüchtlinge eintreten – ohne Wenn und Aber“, versicherte Meister. Gleichzeitig hielt er es im Interesse einer gelingenden Integration für vernünftig, ihre Anzahl „trotz aller Not“ zu begrenzen. Erhöhten sich die Zahlen weiter, kündigte der Rathauschef an, müssten pro Standort mehr Schutzsuchende untergebracht werden. Integration sei auch ein zeitintensiver Prozess, der früh begonnen sowie durch Fördern und Fordern begleitet werden müsse. Am Ende seiner Rede plädierte Meister erstmals öffentlich für eine Partnerschaft Kronshagens mit der ugandischen Gemeinde Bushenyi/Ishaka: „Freundschaften schaden nie.“

 Nach Einschätzung des Landrates wird sich die Zahl der Flüchtlinge 2016 nicht verringern. Er sieht die Verwaltungen durch die Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturen vor neue Fragen gestellt, „für die es objektiv keine richtigen Antworten gibt“. Die Politik müsse diese geben, betonte Schwemer. Deshalb sei es richtig, dass in der Demokratie diskutiert und gestritten werde. Die Awo sammelte am Abend 412 Euro an Spenden für Flüchtlinge ein.

 Von einer ganz anderen Erfahrung mit dem Thema Flucht sprach Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt: „Seit der Wiedervereinigung haben sich 10000 Einwohner eine andere Heimat gesucht.“ In der Barlachstadt seien 1000 Wohnungen abgerissen worden.

 Bürgervorsteher Bernd Carstensen (CDU) vergab diesmal nur zwei Auszeichnungen: Uwe Hartwig erhielt als ehemaliger langjähriger Gemeindevertreter – zunächst für die CDU, dann für die UKW – den Ehrenteller. 2015 trat er zurück, und er wurde zum Vorsitzenden des Seniorenbeirates gewählt. „Uwe Hartwig kann man nie falsch verstehen. Er ist mit seiner Meinung immer geradeheraus“, sagte Carstensen. Der Bürgervorsteher zeichnete auch die 13 Mitglieder der Kronshagener Ausgabestelle der Kieler Tafel aus. Seit 1997 verteilen sie in den Räumen der Christus-Gemeinde Nahrungsmittel an bedürftige Menschen. Jeden Dienstag versorgen sich dort 90 Kunden, auch Flüchtlinge.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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