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Forschungsarbeit: Sütterlin entschlüsseln

Mielkendorf Forschungsarbeit: Sütterlin entschlüsseln

Es war nicht immer einfach, aber: „Es war immer spannend.“ Darüber sind sich Uschi und Eckhard Hübner einig. Das Ehepaar aus Mielkendorf hat in akribischer Kleinarbeit die Chronik der Schule in Mielkendorf „übersetzt“ – das gebundene Werk ist gerade aus der Druckerei eingetroffen.

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Uschi und Eckhard Hübner habe die Mielkendorfer Schulchronik übersetzt und neu drucken lassen – mit vielen interessanten Details.

Quelle: Sorka Eixmann

Mielkendorf. Eckhard Hübner ist kein Anfänger in Sachen Chronik. Bereits bei der Erstellung der Mielkendorfer Chronik hat der Bibliothekar, der an der Kieler Uni arbeitet, mitgewirkt. Das war Mitte der 1990er-Jahre. Damals kam er bereits mit der Chronik der Schule in Kontakt. „Sie lagert im Amtsarchiv und besteht aus zwei Bänden mit insgesamt 332 handbeschriebenen Seiten“, sagt der 62-Jährige. Das Schwierige daran: „Die Eintragungen sind bis 1940 in Sütterlin geschrieben. Das war nicht immer einfach, alles zu entziffern“, erinnert sich Ehefrau Uschi.

 „Bei der Arbeit haben wir viel über das Dorf erfahren. Besonders beeindruckend waren die Schilderungen der Lehrer aus der Nachkriegszeit, in der die Schule aus allen Nähten platzte“, erzählt Eckhard Hübner. Rund eineinhalb Jahre hat das Ehepaar an der Erstellung der Chronik gearbeitet und dabei interessante Geschichten aus dem Dorfleben erfahren. „Es war so spannend, in der Vergangenheit zu lesen. Manches Mal haben wir wie Detektive Worte entschlüsseln müssen, um Zusammenhänge zu bekommen“, berichtet seine Frau über die Forschungsarbeit.

 „Beeindruckend war auch, dass in den sogenannten schlechten Zeiten die Schüler gewogen wurden, um zu dokumentieren, wie es um den Ernährungszustand der jungen Leute stand.“ Für Uschi Hübner steht fest: „Diese Chronik ist exemplarisch für viele Orte und Schulen in Schleswig-Holstein.“ Die Eintragungen in der Vorlage unterscheiden sich häufig, „Manche Lehrer haben viel eingetragen, für manche war es offenbar nur eine Pflicht. Die Bereitschaft der Lehrer war unterschiedlich“, hat Eckhard Hübner festgestellt.

 1878 beginnen die Aufzeichnungen, die nun in der Übersetzung auf 240 Seiten gedruckt worden sind. Insgesamt sind sieben Schwarzweißfotos im Buch festgehalten worden. Bürgermeister Manfred Tank hat ein Grußwort geschrieben. Eine lehrreiche Einleitung gibt es vom Autor ebenfalls.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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