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Fraktionen uneins über sozialen Wohnungsbau

Kronshagen Fraktionen uneins über sozialen Wohnungsbau

Der Hauptausschuss in Kronshagen hat die Entscheidung über den Bau von etwa 45 Sozialwohnungen auf dem Spielplatz in der Bürgermeister-Drews-Straße am Dienstagabend überraschend vertagt. Der Bauträger will zunächst Alternativen prüfen. Bei Anwohnern stößt das Vorhaben auf massive Kritik.

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In dem historischen Haus Kieler Straße 148 in Kronshagen könnten bis zu 25 Flüchtlinge untergebracht werden. Weil der Brandschutz falsch eingeschätzt wurde, fallen beim Umbau zusätzlich 110
000 Euro an.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Bis zum nächsten Sitzungstermin am 15. März muss das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen (GWU) aus Eckernförde klären, ob auch eine etwas abgespeckte Variante unter bestimmten Bedingungen realisierbar wäre. Darüber beriet der Ausschuss nach Informationen dieser Zeitung am Dienstag im Anschluss an die Sitzung intern mit Vorstand Stephan Seliger. Zuvor war deutlich geworden, dass die Fraktionen bei dem auch mit der Unterbringung von 60 Flüchtlingen verbundenen Wohnungsbau nicht mehr eine Sprache sprechen.

 Vorsitzender Thomas Kahle (CDU) meinte: „Wir müssen die unterschiedlichen Interessen abwägen.“ Anwohner sollten sagen, was „akzeptabel“ sei. Gunnar Heintze (SPD) stellte die Frage, ob bei einer Reduzierung des Grundstückspreises durch die Gemeinde der Bau auch von nur zwei Häusern wirtschaftlich wäre. Gudrun Rempe (Grüne) kritisierte: „Man muss auch zu Aussagen stehen.“ Im Ältestenrat sei die Errichtung von drei Gebäuden einstimmig beschlossen worden: „Wir sind in der Verantwortung, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, betonte sie.

 Momentan hat der Druck bei der Unterbringung von Asylsuchenden zwar etwas abgenommen, Bürgermeister Uwe Meister rechnet aber ab Mai mit erneut steigenden Zahlen. Im Februar waren die 29 bisher auf dem Kieler Nordmarksportfeld untergebrachten Flüchtlinge zum Container-Standort in der Tegelkuhle verlagert worden. Dort sind jetzt nur noch 30 Plätze frei. Nach der Quote muss Kronshagen in diesem Jahr noch 141 Menschen unterbringen. Zudem werden zunehmend auch Wohnungen für anerkannte Asylbewerber gebraucht.

 Hoffnung setzte die Gemeinde auf den Ankauf des historischen Gebäudes Kieler Straße 148. Sie ging davon aus, dort bis zu 25 Personen unterbringen zu können. Doch im Nachhinein stellte sich heraus, dass der beratende Architekt die Vorgaben des Brandschutzes unterschätzt hatte und zusätzliche Kosten von 110000 Euro anfallen. Nun soll auf Vorschlag der UKW geklärt werden, ob bei Nutzung als Sozialwohnungen der gleiche Standard erforderlich ist.

 Vertagt wurde auch die Planung einer Mehrzweckhalle auf dem Grandplatz am Suchsdorfer Weg. In ihr sollten zunächst für fünf bis zehn Jahre Flüchtlinge untergebracht werden. Wegen der Kosten gab es aber politische Bauchschmerzen. Erfolgreicher könnte eine neue Variante des TSV sein. Der Verein schlägt den gleichzeitigen Bau von zwei Modulen vor: einer kleinen Sporthalle sowie einer Unterkunft für 90 Flüchtlinge. TSV-Chef Peter Rinio stellte eine finanzielle Unterstützung „im höheren sechsstelligen Bereich“ in Aussicht.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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