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Scharfzüngiges im Pflegeknast

Frauenkabarett Kronshagen Scharfzüngiges im Pflegeknast

Auch nach 20 Jahren sind sie nicht müde, FFK zu machen. Die Mitglieder des Frauenkabarett Kronshagen (FKK) reißen weiterhin lustvoll die Hüllen gesellschaftlicher Fehlentwicklungen herunter und nehmen kein Blatt vor den Mund. Jetzt präsentieren sie ihr neues Programm „Achtung, Wortwechsel!“ im Bürgerhaus.

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Im Knast gibt es Pflege umsonst (von links): Karin Schühman, Ilona Löhr, Marina Preising-Wittke und Elisabeth Ratzow vom Frauenkabarett Kronshagen nehmen die Gesundheitsreform aufs Korn.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. „Oh, Nana Mouskouri ist schon 81 Jahre geworden“, stöhnt Gründungsmitglied Elisabeth Ratzow augenzwinkernd bei der Probe im Haus der Jugend. Ja, es ist viel Zeit vergangen. 1996 hatte die damalige Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Frauen dazu aufgerufen, zur 725-Jahr-Feier Kronshagens einen eigenen Beitrag zu bieten. „Uns fiel nur Kabarett ein“, erinnert sich Ratzow, die von Alice Schwarzer und der feministischen Bewegung beeindruckt war.

 Im damals noch eher konservativen Kronshagen gingen die Alarmlampen an: Im Programmheft zum Jubiläum landete die Ankündigung des FKK auf der letzten Seite. „Dennoch erschienen zur Premiere gleich 300 Frauen. Die Männer kamen erst beim zweiten Auftritt und waren enttäuscht, weil sie sich unter FKK etwas anderes vorgestellt hatten“, erzählt Karin Schühmann. Auch Barbara Hagen-Bernhardt war damals noch mit von der Partie.

 „Achtung, Wortwechsel!“, heißt das mittlerweile 13. Bühnenstück in zwei Jahrzehnten. „Am Anfang hatten wir jedes Jahr ein neues Programm – jetzt lassen wir uns etwas mehr Zeit“, sagt Marion Clausen. Neue Ideen holen sich die scharfzüngigen Frauen regelmäßig bei Kreativ-Workshops in Hohwacht. Aktualität und das frühzeitige Erkennen von Trends sind ihnen ganz wichtig. „Wir haben uns schon früh und mutig an das Freihandelsabkommen TTIP rangemacht“, sagt Inge Schröder. Dennoch ging dem Sketch eine intensive Recherche voraus. Auch Angela Merkels Hände-Raute zog FKK schon vor anderen Kabaretts durch den Kakao.

 Die sogenannte Gesundheitsreform begleiten die Frauen von Beginn an kritisch. Mit „Operieren leicht gemacht“ fing es an. Im neuen Stück begeben sie sich in den Pflegeknast, weil es dort Leistungen noch umsonst gibt. Im Bühnenleben des emanzipierten Septetts, zu dem auch Astrid Brunke, Ilona Löhr und Marina Preising-Wittke gehören, spielt auch ein Mann eine Rolle. Von ihm schwärmen sie mächtig: Volkmar Helbig am Klavier. Er brachte die Kabarettistinnen jetzt sogar dazu, über den Mülltüten-Wahn zu rappen und mit „Ti amo persico“ musikalisch auf die soziale Schichten übergreifende Alkoholsucht anzustoßen. Aufs Korn nehmen sie in „Achtung, Wortwechsel!“ auch den Trend zur die Ver-app-lung der digitalen Migranten, den Phrasengenerator sowie die lokalen Seniolympics. Gespannt sein darf man auch auf das Casting für Politiker.

 Der erste Termin ist bereits ausverkauft. Karten für 12 Euro im Vorverkauf gibt es noch für den 21. Februar, 19 Uhr, bei Tabak Gerdes, Kieler Straße 63. Am 13. März, 18 Uhr, ist FKK im Kieler Legienhof zu Gast.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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