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Traum für 17 Euro

Frauenkleiderbörse Nortorf Traum für 17 Euro

Die Frauenkleiderbörse im Markushaus Nortorf zog die interessierten Shopper in Scharen an. Und das ist längst nicht das Ende: Am Sonnabendnachmittag geht es am gleichen Ort ab 14 Uhr mit der Börse für Baby- und Schwangerenkleidung weiter.

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"Das Wissen, dass man jemanden glücklich macht", bewegt Jenny Dieterle, ihr Abendkleid für acht Euro zum Kauf anzubieten.

Quelle: Beate König

Nortorf. Einen Traum für 17 Euro nahm Kea Alberti  mit. Einmal kurz ins Cocktailkleid geschlüpft, stand für die 13-Jährige fest: Das edle Stück aus Satin und Chiffon ist als Gast-Outfit für zwei Konfirmationen wie gemacht.

Geht es nach Verkäuferin Jenny Dieterle, soll es genau so laufen auf dem Markt des Fördervereins der evangelischen Kindertagesstätte St. Martin. „Das Wissen, dass man jemanden damit glücklich macht“, ist ihr Motiv, gerade mal acht Euro für ein Abendkleid zu nehmen. „Ich pass' da nicht mehr rein, es hängt nur im Schrank. Wenn ich es in die Altkleidersammlung gebe, weiß ich nicht, was damit passiert“ erklärt sie wie viele der 25 Anbieterinnen auf der Börse ihren Beweggrund. Lieblingsstücken trauern auch Jelena (15) und Susann Hildebrandt (17) an ihrem Dreigenerationenstand mit Mutter und Großmutter nicht nach. Spaghetti-Trägerhemden, kanariengelbe Hosen, Transparent-Blusen liegen auf dem Verkaufstisch, den sich die Schwestern mit ihrer Mutter Inka Hildebrandt teilen. „Dann ist Platz für Neues im Schrank“, freuen sich die Schwestern über jedes verkaufte Stück. Die Einnahmen werden sofort reinvestiert.

Ambiente hat Boutiquen-Charme

Anprobiert und gefeilscht wird in gehobener Stimmung, das Ambiente hat Boutiquen-Charme. In die „Guck' mal, ist das was?“- und „Soll ich das mal anprobieren?“-Gespräche der Frauen, die oft in Grüppchen und mit Einkaufstaschen im Ikea-Maxiformat ausgestattet über den Markt streifen, mischt sich Adeles softe Blues-Stimme aus dem Ghettoblaster. Unter einem Markt-Sonnenschirm stehen Tische parat, es gibt Flammkuchen und Cocktails. „Daran haben wir gefeilt“, sagt Britta Bruhn aus dem achtköpfigen Orgateam. Vor fünf Jahren verwandelte sich das Markushaus nach dem Vorbild des Christopherus-Hauses in Rendsburg erstmals in eine Frauendomäne. Inzwischen gibt es mit Baby- und Schwangerenbörse einen weiteren Markt dazu, die neue Abteilung Konfirmationskleidung wurde noch verhalten angenommen. „Wir könnten auch noch einen Young-Fashion-Markt anbieten“, dachte Britta Bruhn laut nach. Jelena und Susann käme das entgegen.

Nur wenige Männer finden sich im Reich der Frauen. Die haben allerdings eine tragende Rolle. Vier Koffer voller duftiger Oberteile seiner Frau Ingeborg Sievers schleppte Hans-Otto Sievers vom Auto zum Kleiderständer. Auch für den Rückweg wurde er gebraucht, denn ausverkauft waren die farbenfrohen Stücke in Größe 50 in der ersten Stunde nicht. „Schlaraffenland für Größe 36 bis 38“, konstatierte die Hohenwestedterin mit Blick auf die Nachbarstände. Macht nichts. „Der Gewinn reicht für ein Essen zu zweit.“

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