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Chlor und Wasser nagen sich durch

Freibad Flintbek Chlor und Wasser nagen sich durch

Rotte Steine im Freibad Flintbek: Chlor und Wasser nagen sich ins Material. Aber Hilfe ist in Sicht. Im benachbarten Betonwerk werden neue Steine passgenau und per Handarbeit hergestellt. Für die Beckenumrandung werden neue Schwallelemente, über 30 Platten und Stützbalken aus Flüssigbeton angefertigt.

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Jede Betonplatte für die Freibadumrandung wird per Hand gegossen, Wolfgang Hoppe (links) und Victor Reimche arbeiten im Team.

Quelle: beate König

Flintbek. Kürzer kann der Weg zwischen Kunde und Spezialbetrieb kaum sein: Das in Sichtweite des Freibads Flintbek gelegene Betonwerk fertigt für die Beckenumrandung neue Schwallelemente, über 30 Platten und Stützbalken aus Flüssigbeton, an.

 Die Maße für die Gussformen lieferte das Bauamt der Gemeinde, erzählt Nadine Christer, Mitinhaberin des Betriebs Erdmann E. Christer von der gewachsenen Zusammenarbeit. Jedes Jahr werden marode Bauteile erneuert. Denn das vor 50 Jahren gebaute Bad kommt in die Jahre. „Chlor und Wasser fressen sich inzwischen durch die ersten Steine.“ Fabian Rother aus dem Vorstand des Fördervereins Freibad Flintbek zeigt einen der maroden Steine.

 Mit Standard-Platten aus dem Baumarkt würde man bei einer Reparatur nicht weit kommen. „Die haben nur vier bis fünf Zentimeter Dicke,“ sagt Nadine Christer. Im Freibad liegen jedoch stabile, sieben Zentimeter dicke und 83 Kilogramm schwere Platten.

 Um sie ebenso exakt wie stabil zu ersetzen, wurden im Betonwerk Formen aus beschichtetem Holz per Hand gebaut. Beschichtet, damit sie von der Feuchtigkeit des Flüssigbetons nicht aufquellen, zeigt Nadine Christer.

 Sie stellte für die Bauteile einen speziell für den Dauerkontakt mit Wasser geeigneten Materialmix zusammen. Zement, Verflüssiger, dazu schottischer oder norwegischer Granit ohne Kalksandsteinanteil, um eine alkalische Reaktion von Beton und Wasser zu vermeiden, wurden aufs Gramm genau gewogen und gemischt, dann hat sie Wasser und Abbindeverzögerer hinzu gegeben. Die Handarbeit ist das Verteilen des schnell abbindenden Betons direkt nach dem Mischen, das Entlüften per Vibration, das Einsetzen der passgenau geschnittenen Stahlbewehrung.

 „Beton ist nicht flexibel, der Stahl nimmt die Zugkräfte auf.“ Auch das Glätten der späteren Lauffläche im feuchten Beton, und das Abhobeln der Kanten 24 Stunden später erledigten Fachkräfte, keine Roboter.

 Die Hand gearbeiteten Stücke aus dem Familienbetrieb sind im ganzen Land zu finden. Beim Theater am Hafen in Hamburg sind unter anderem die Treppenstufen „made in Flintbek“, in Kiel die Sitzstufen am Bootshafen, der Fuß des Pilasters vor dem Opernhaus Kiel und die Mauerkappen am Hindenburgufer.

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