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Zehn Millionen Euro für den Ausbau

Freilichtmuseum Molfsee Zehn Millionen Euro für den Ausbau

Einen Zuwendungsbescheid über zehn Millionen Euro übergab Ministerpräsident Torsten Albig am Donnerstag an den Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen. Von dem Geld wird ein Neubau im Freilichtmuseum Molfsee finanziert, um es mit dem Volkskundemuseum zu verbinden.

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Roland Reime vom Förderverein (von links), Museumsdirektor Wolfgang Rüther, Ministerpräsident Torsten Albig und die Vorstände der Stiftung Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen, Claus von Carnap-Bornheim und Guido Wendt, erörtern am Modell den Bau der beiden geplanten Museumsgebäude auf dem Gelände des Freilichtmuseums Molfsee.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Molfsee/Kiel. „Einen Zuwendungsbescheid über zehn Millionen Euro übergebe ich selten“, sinnierte Ministerpräsident Torsten Albig am Donnerstag in Molfsee. Der Regierungschef übergab den Bescheid für den Museumsneubau, der in Molfsee das Volkskunde- und das Freilichtmuseum zusammenführen soll, an den Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen.

Der mit dem Bescheid eingeläutete Baustart für ein Museum in Trägerschaft des Landes hat eine historische Dimension: Zuletzt leistete sich das Land 1980 mit dem Wikinger-Museum in Haitabu bei Schleswig einen Museumsneubau.

„Durch den Neubau des Ausstellungs- und Eingangsgebäudes vollziehen wir die Ehe zwischen dem ehemals am Hesterberg in Schleswig beheimateten Volkskundemuseum und dem Freilichtmuseum“, erklärte Museumsdirektor Wolfgang Rüther. Das Land hatte die ursprünglich zugesagten Mittel um zwei Millionen Euro reduziert. Der Sieger-Entwurf des Lübecker Architekturbüros werde nach dem ersten Spatenstich im April in einer abgespeckten Version umgesetzt, berichtete Stiftungsvorstand Guido Wendt.

Foto: Zehn Millionen Euro für zwei Museumsgebäude mit Keller auf dem Gelände des Freilichtmuseums Molfsee - hier das Modell.

Zehn Millionen Euro für zwei Museumsgebäude mit Keller auf dem Gelände des Freilichtmuseums Molfsee - hier das Modell.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

„Ich hätte auch einen Betondach-Monolithen, bei dem das Dach vor Ort gegossen worden wäre, als Kunstwerk geschätzt“, sagte Rüther. Durch die neu geplante, frei tragende Dachkonstruktion aus Korten-Stahl reduziere sich jedoch das Gewicht des Baukörpers um Tonnen, die dem Gewicht von 700 VW-Käfern entsprächen. Folge der neuen Leichtigkeit: Die Gründungsarbeiten werden kostengünstiger.

Im Hinblick auf den kontrovers diskutierten Entwurf des Museumskörpers mit dem Doppelgebäude und Ausstellungsräumen im Untergeschoss blieb Albig, der Stiftungsratsvorsitzender der Landesmuseen ist, gelassen. „Wir werden damit in Deutschland auffallen.“ Manchmal müsse man Widerspruch aushalten. „Sonst kriegst du keine Ikone, sondern nur Langeweile.“

Die ursprünglich geplanten 3000 Quadratmeter Grundfläche für Ausstellung und Lager wurden aus Kostengründen verkleinert. Die auf 1500 Quadratmeter geplante Schaufläche nimmt im aktuellen Plan 1200 Quadratmeter ein. Auch die Gestaltung der 342 Parkplätze mit Baumalleen wurde eingespart. „Dafür ist ein zweiter Bauabschnitt vorgesehen“, sagte Wendt.

Am Ausstellungskonzept wurde und wird in einem Arbeitskreis gefeilt, berichtete Rüther: „Wir müssen den Übergang von der Vormoderne zur Moderne abbilden“, erklärte der Museumschef, warum zukünftig nur eine Auswahl der Exponate aus dem Volkskundemuseum gezeigt werden soll. „Das 17. Jahrhundert haben wir schon auf der Fläche im Freilichtmuseum abgebildet.“

2019 soll der Museumsbau fertig sein. Ein Jahr Zeit kalkuliert Rüther für den Aufbau der Dauerausstellung ein, „über eine Sonderausstellung müssen wir noch sprechen“. Ende 2020 sei die Einweihung des dann ganzjährig geöffneten Museums geplant.

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