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Frischling Erik fühlt sich sauwohl

Techelsdorf Frischling Erik fühlt sich sauwohl

Wenn Dirk Jöns die Stalltür öffnet, gehen die Hühner in Deckung: Sekunden später saust Wildschwein Erik um die Ecke, der acht bis zehn Wochen alte Frischling ist kaum zu bremsen. „Er fühlt sich wohl – sauwohl“, ist Pflegevater Jöns überzeugt, während sich Erik in einer kleinen Pfütze unter dem Apfelbaum suhlt.

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Ein Frischling hat sich vor kurzem längere Zeit unterkannt an der Futterstelle für Streunerkatzen in Flintbek durchgefüttert - inzwischen hat er ein Zuhause in Techelsdorf gefunden.

Quelle: Sorka Eixmann

Techelsdorf. Wesentlich kurioser müssen die ersten Wochen im Leben des jungen Wildschweins gewesen sein. Erstmals wurde er Anfang Juli an der Futterstelle für Streunerkatzen auf dem Famila-Parkplatz in Flintbek gesehen. Das war reiner Zufall: Gabriele Jansky betreut dort fünf Katzen schon seit 2011. Fast täglich fährt sie zu dem kleinen Katzenhaus, um die Näpfe zu reinigen und die Decken auszuschütteln. „Fünf Katzenabteile gibt es, eines davon war plötzlich voll mit Sand und Matsch. Ungewöhnlich für unsere Katzen“, erinnert sich Jansky. Ihre Vermutung: „Da hat sich wohl ein Igel breit gemacht.“ Ein paar Tage später hörte sie beim Füttern schmatzende Geräusche, bückte sich, blickte ins Gebüsch und hatte den gestreiften Frischling vor sich. „Das wollte ich erst gar nicht glauben. Er huschte auch sofort weg.“ Zuerst behielt Gabriele Jansky das Erlebnis für sich – „Ich wollte nicht ausgelacht werden.“ –, aber dann merkte sie, dass der ungewöhnliche Gast wieder kam und sich ein paar Tage später sogar die Katzen daran gewöhnt hatten. „Da war mir klar, dass er hier nicht groß werden kann. Die Straße ist zu nah und es sind auch zu viele Menschen in der Nähe.“

 Genau da kamen das Amt Flintbek und die Familie Jöns ins Spiel. „Das Amt hat die Verkehrssicherungspflicht. Gleichwohl ist es so, dass eine handaufgezogene Wildsau nicht wieder ausgewildert werden darf“, erläuterte Andreas Schober, Geschäftsführer des Landesjagdverbands. Guter Rat kam aus Techelsdorf: Dirk und Lars Jöns erklärten sich bereit, das Wildschwein einzufangen. „Das war nicht so einfach. Der war immer schnell“, schmunzelt Jöns. Aber dann klappte es und der kleine Bursche hat sich auf dem Hof schon gut eingelebt.

 „Er frisst sehr gut und macht uns keine Probleme“, sagt Jöns, während Erik seine Runden durch das Gehege dreht. Auch die Hühner haben sich an ihn gewöhnt. „Es beruhigt sich immer alles sehr schnell. Dass er ein bisschen ungestüm ist, liegt daran, dass er nun mal ein Wildschwein ist.“ Ein pfiffiger Frischling, von dem keiner weiß, wie und warum er allein am Famila-Parkplatz aufgetaucht ist. Genau diese Pfiffigkeit – und die Katzenfutterstelle – haben ihm das Leben gerettet.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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