18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Verärgerte Architekten

Eckernförde Verärgerte Architekten

Zu Beginn war es erstaunte Verwunderung, inzwischen ist es schiere Verärgerung: In der Architektenschaft von Eckernförde rumort es – und zwar kräftig.

Voriger Artikel
Startschuss für 18 Kilometer Kabel
Nächster Artikel
Klassiker trifft die Moderne

Fachlich kompetent, doch im Umgangston nicht immer treffsicher: der Planungs- und Gestaltungsbeirat mit Fredo Wiescholek (Hamburg), Teja Trüper (Lübeck), Laust Lorenzen (Flensburg), Rainer Steffens und Helmut Reimann (beide Lübeck; von links).

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Grund der Frustration sind aus ihrer Sicht unqualifizierte und herabwürdigende Bemerkungen aus den Reihen des fünfköpfigen Planungs- und Gestaltungsbeirates der Stadt. „Wie die mit ihren Berufskollegen umgehen, ist unter aller Sau“, beklagt einer der örtlichen Baumeister. Die Eckernförder Architekten wünschen sich für die Zukunft eine durchaus kritische, aber sachlich faire Begleitung ihrer Arbeit.

„Freiwillig ein Projekt vor dem Gestaltungsbeirat präsentieren? Nein, auf keinen Fall!“ Diese Ansicht vertreten inzwischen die meisten freiberuflichen Planer im Ostseebad. Nach den Erfahrungen, die einige ihrer Kollegen in der Vergangenheit in den öffentlichen Beiratssitzungen machen mussten, wollen sie sich einer mitunter sehr herabwürdigen Bewertung ihrer Entwürfe nicht ohne Zwang aussetzen.

Rückblick: Bereits in der zweiten öffentlichen Sitzung des Gremiums im September 2013 kam es zum Eklat. Dem Planer des „Kaiserhof“- und „Lindenhof“-Geländes wurde vorgehalten, einen „grauenhaften Kasten“ entworfen zu haben. Andere Mitglieder des Beirats urteilten „Sie haben da so einen Brei gemacht“ oder sprachen von „solch einem Fladen“. Der Bauherr war entsetzt und beklagte seitens seines Planers, „hier vorgeführt zu werden.“

Nur zwei Monate später wurde erneut Kritik am Umgangston geübt. Bei den Planungen eines Anbaus an eine Anwaltskanzlei wurde der Verdacht geäußert, man wolle den Beirat „für dumm verkaufen“ und dass der Entwurf geschönt sei. Auch in diesem Fall waren Bauherr und Planer sichtlich erbost.

Trotz eines zwischenzeitlichen Schlichtungsgespräches ist bis heute keine Ruhe eingekehrt. Im Gegenteil: Die Fronten haben sich weiter verhärtet. Kritik sollte konstruktiv und wertschätzend sein, meinen die örtlichen Architekten. Dies sei sie zumeist aber nicht. Vielmehr komme die Beurteilung des Fachgremiums einem Tribunal gleich. „Hier wird Macht missbraucht“, sagt ein erfahrener Eckernförder Architekt, dem seitens unserer Zeitung Vertraulichkeit zugesichert wurde. Dass dem Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen (GWU) unlängst von Beiratsmitgliedern empfohlen worden sei, sich von den planenden Architekten zu trennen, sei hierfür ein Beispiel. Solch ein Vorschlag sei schlicht diffamierend.

Dabei sind sich die freiberuflichen Eckernförder Planer einig, dass der Beirat für die städtebauliche Entwicklung ein gutes Werkzeug sein könnte. Allerdings mangele es erkennbar an Respekt im Umgang. Statt zu unterstützen, würden Kollegen herabgewürdigt, heißt es. Um wieder zu einer sachlichen und angstfreien Zusammenarbeit zurückzukehren, wollen die örtlichen Architekten eine Petition erarbeiten und diese der Stadtverwaltung zukommen lassen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige