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Stress, der Spaß macht

Molfsee Stress, der Spaß macht

Aktenordner stehen ordentlich sortiert in den Regalen, silberfarben gerahmte Plakate ziehen die Blicke auf sich: Das Büro von Gabriele Rehr-Unrath im Torhaus vom Freilichtmuseum Molfsee ist klein, aber mit einem wunderschönen Ausblick in das Gelände versehen. Doch nicht nur der Ausblick wird fehlen, wenn für sie im Januar der Ruhestand ansteht.

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Gabriele Rehr-Unrath verlässt Anfang 2017 das Freilichtmuseum, der kommende Herbstmarkt wird der letzte sein, den sie organisiert.

Quelle: Sorka Eixmann

Molfsee. Noch ganz hat sie sich nicht an den Gedanken gewöhnt: „Das Wort Ruhestand hört sich noch sehr ungewohnt an“, sagt die 65-Jährige, die am 1. Juli 1984 mit ihrer Arbeit im Freilichtmuseum Molfsee begann. Damals war Professor Carl Ingwer Johannsen Leiter und sie wurde als Museumspädagogin eingestellt. „Dafür hatte ich auch studiert“, erinnert sie sich mit einem Schmunzeln. Einen Herbstmarkt gab es auch schon, allerdings in einem sehr kleinen Rahmen. „Der Markt ging über ein Wochenende, knapp 30 Aussteller waren in der Winkelscheune und ich habe mich um die Kinder gekümmert.“

 Diese Zeiten sind längst vorbei, im Lauf der vergangenen Jahre hat sich der Herbstmarkt zu einem der bekanntesten Märkte des Landes mit rund 30 000 Besuchern entwickelt. Und wer hat einen großen Anteil an der Attraktivität? Gabriele Rehr-Unrath, die die Veranstaltungen im Freilichtmuseum organisiert und daran viel Spaß hat. „Nach und nach hat sich mein Arbeitsbereich verändert. Ich begann mit der Pressearbeit, kümmerte mich um die Gestaltung der Programmhefte und Flyer und mit der Akquise der Aussteller.“

 Dabei achtete sie immer auf eine große Vielfalt. „Interessant ist der Wechsel im Lauf der Jahrzehnte. Die ersten Märkte waren unter anderem bestimmt durch Puppen aller Art, das gibt es schon lange nicht mehr. Aber kulinarisch sind wir im Freilichtmuseum inzwischen auf einem hohen Niveau.“ Der Grund: Fast alle Aussteller hat Gabriele Rehr-Unrath mehr oder weniger persönlich getestet. „Ich geh auf ganz viele Märkte und wenn ich Aussteller sehe, die mich begeistern, spreche ich sei auch direkt an.“

 Immer wieder muss es auch Neues geben. „Das ist schwer, aber machbar. Man muss sich halt bemühen“, erklärt sie. Neben dem Bewährten soll immer Neues die Besucher locken, in dem Jahr zum Beispiel eine mobile Fischräucherei und eine Erweiterung im Bereich der Kunst aus aller Welt. „Dahingehend sollten wir uns öffnen, beim Herbstmarkt wird es Kunst aus Indien und aus Afrika geben.“

 Für die Aussteller ist sie die Anlaufstelle, wenn es Probleme gibt. Das Telefon steht nicht still, ab Freitag wird aufgebaut. Das ist Stress, aber: „Ich habe es immer als positiven Stress empfunden. Die Freude der Besucher und das Lächeln auf ihren Gesichtern, wenn sie über das Gelände bummeln, ist für mich Lohn genug.“ Doch nicht nur die Märkte des Freilichtmuseums sind ihre „Kinder“, Veranstaltungen wie das Jazzfrühstück oder das Sommerfest der Kulturen hat sie organisiert und begleitet. „Das erste Sommerfest der Kulturen hat mein Herz berührt, so schön war das gemeinsame Fest und das Miteinander der unterschiedlichen Menschen.“ Was wird ihr im Ruhestand fehlen? „Die Kontakte zu den Kollegen.“

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
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