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Gasthof Krey droht das Aus

Bredenbek Gasthof Krey droht das Aus

Mühle und Krug gehörten über Jahrhunderte in Bredenbek zusammen. 1978 vernichtete ein Feuer die Mühle – nun droht auch dem traditionsreichen Gasthof Krey das Aus. Der Eigentümer will verkaufen; das Amt Achterwehr könnte dort Flüchtlinge unterbringen. „Die Schließung wäre ein Verlust für die Gemeinde“, sagt Bürgermeister Bartelt Brouer (SPD).

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Der traditionsreiche Gasthof Krey in Bredenbek steht zum Verkauf.

Quelle: Torsten Müller

Bredenbek. „Ich bin jetzt 67 Jahre alt; irgendwann muss ich aufhören“, sagt Frank Martin, seit mehr als drei Jahrzehnten Gastwirt in Bredenbek. Die Hoffnungen, dass seine beiden Kinder einmal den Dorfkrug übernehmen würden, seien geplatzt, aber von heute auf morgen müsse er nicht verkaufen. Natürlich wäre es ihm am liebsten, wenn die Tradition fortgesetzt werden könnte. Doch die Realität nimmt Martin anders wahr: „Die ländliche Gastronomie ist tot.“

 Als er 1982 den Gasthof zunächst als Pächter übernahm, war das völlig anders. Der gebürtige Harzer, der durch die Marine im Norden vor Anker ging, hatte zuvor ein Soldatenheim in Kropp betrieben. Seine Frau Ruth stammte aus Achterwehr. Mit der Übernahme vom Gasthof Krey segelte das Paar in eine gastronomische Boom-Zeit hinein. „Damals hatte Bredenbek erst 750 Einwohner, doch bei jeden Fest war der Saal voll“, erinnert er sich. Jetzt lebten doppelt so viele Menschen in der Gemeinde und im Saal sei nichts mehr los. Mit dem Restaurant habe er viel ausprobiert, aber seit der Einführung des Euros gingen die Umsätze zurück. Jetzt öffne er nur noch auf Anmeldung und lebe vor allem von Hochzeits- und Geburtstagsfeiern; lediglich freitags gebe es noch Essen à la carte.

 Nachfolger im Krug hätten es nicht leicht, ist Martin überzeugt. Neben den laufenden Kosten seien sechsstellige Investitionen zu stemmen. Noch genieße der Krug Bestandsschutz, doch neue Betreiber müssten höhere behördliche Auflagen erfüllen, um überhaupt eine Konzession zu erhalten. Ob Martin sich mit dem Amt einig wird, steht in den Sternen. Die Verwaltung wünscht sich einen dreijährigen Mietvertrag, was ihm zu kurz sei. Auch ein Kauf des knapp 5000 Quadratmeter großen Geländes wäre möglich. Genehmigungen des Kreises für den Abriss der beiden Scheunen und eine Neubebauung mit zwei Wohnhäusern hat Frank Martin bereits in der Tasche.

 Mit der Schließung würde die Region einen großen Saal verlieren. Betroffen wären Vereine und Verbände sowie der Seniorenclub. Die Gemeinde hat für ihre politischen Sitzungen mit der ehemaligen VR-Bank bereits eine Alternative. Dennoch hofft der Bürgermeister, dass sich für Krey ein neuer Betreiber findet.TM

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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