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80 Feuerwehrleute üben auf Gut Quarnbek

Gefahrguteinsatz 80 Feuerwehrleute üben auf Gut Quarnbek

Fast drei Stunden Dauereinsatz hatten die gut 80 Feuerwehrleute auf Gut Quarnbek hinter sich, als am Freitagabend die Großübung beendet war. Im Torhaus des Gutes waren verschiedene Kanister mit Chemikalien umgekippt und das Gebäude war verraucht.

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80 Feuerwehrleute übten am Freitagabend für den Ernstfall.

Quelle: Sven Janssen

Quarnbek. Fünf Personen, die den ganzen Tag mit den Kanistern hantiert hatten, wurden vermisst. Mehr wussten die eintreffenden Rettungskräfte nicht, als um 16.37 Uhr der Großalarm ausgelöst wurde. Neben den Wehren aus Quarnbek, Stampe, Ottendorf, Melsdorf und Kronshagen wurde auch der Löschzug Gefahrgut aus Rendsburg und das DRK Kronshagen alarmiert. Die Quarnbeker waren als erste zehn Minuten nach der Alarmierung vor Ort und bargen die ersten drei Verletzten bereits nach wenigen Minuten. Das Gelände wurde aufgrund des Gefahrguteinsatzes weiträumig gesperrt und alle Atemschutzträger, die das Gebäude betreten hatten, durften die Sperrzone nicht mehr verlassen.

Zehn Minuten nach dem Eintreffen wurden die ersten Verletzten geborgen.

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Die nachrückenden Kräfte wurden in Bereitschaftsposition geparkt und mussten abwarten, welche Schritte die Einsatzleitung als Nächstes anordnete. „Das war eine stressige Situation für viele, das Warten zerrt an den Nerven, wenn man helfen will“, sagte Einsatzleiter Hans-Georg Petersen, der die Übung geplant hatte. Auch außerhalb des Gebäudes durften die Atemschutzträger ihre Masken nicht abnehmen, da sie sich sonst selbst hätten vergiften können. Als die Pressluft in den Flaschen ausging, schraubten Kollegen ihnen manuelle Filter an, die das Atmen weiter erschwerten. Während der Löschzug Gefahrgut eine Dekonterminationsanlage aufbaute, die auch die Verletzten durchlaufen mussten, bevor sie weiter versorgt werden konnten, begaben sich Spezialkräfte in Schutzanzügen nach weiteren Verletzen. Der Letzte wurde knapp eine Stunde nach Eintreffen der ersten Einsatzkräfte geborgen, noch immer war durch den Nebel im Gebäude kaum die Hand vor Augen zu erkennen.

Erst dann kümmerte sich ein Team um die Chemikalien. Die Lage wurde sondiert und die einzelnen Inhaltsstoffe analysiert, um eine weitere Reaktion zu verhindern. „Für uns alle war das eine Lage, die wir so noch nie erlebt haben“, sagte Petersen. Nicht alles sei optimal gelaufen, aber es sei ja auch Sinn einer Übung, dass Dinge schief laufen, um daraus zu lernen. Selbst er als Einsatzleiter sei in Teilen überfordert gewesen. „Die verschiedenen Einsatzgruppen zu koordinieren ist nicht einfach.“ Theoretisch könne man das zig Mal durch spielen, doch nur praktisch kann man es lernen. „Man kann zehn Bücher übers Radfahren lesen, kippt aber trotzdem um, wenn man das erste Mal aufsteigt“, erklärte er. Das Wichtigste sei, die Übung jetzt in den nächsten Wochen nachzubereiten. „Gelernt haben wir alle viel, aber einen solchen Einsatz wünsche ich keinem“, resümierte Petersen am Abend.

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