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Gehören Schiffscontainer ins Stadtbild?

Nortorf Gehören Schiffscontainer ins Stadtbild?

Als großer anthrazit-farbener Kasten zeigt sich der Neubau von Hartmut Tiegs’ Elektrohandel und Technikservice in Nortorf am ehemaligen Aldi-Standort im Jungfernstieg. In den Augen des Firmenchefs gliedert sich der Bau ins Bild der Straße ein. Der Stadtverordnete Michael Landek (Grüne) sieht das gänzlich anders.

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Hartmut Tiegs baute sein neues Gewerbeobjekt am früheren Aldi-Standort mit Genehmigung des Kreises. Das Gebäude passt für einige Nortorfer jedoch nicht ins Bild der Stadt.

Quelle: Saric

Nortorf. Landek schrieb an die Bauaufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Landek begründete sein Schreiben mit der Erhaltungssatzung für das Gebiet Stadtmitte zum Schutz der Eigenart von Gebieten. Der „überdimensionierte Schuhkarton“ passe seiner Meinung nach nicht ins Bild der Stadt und der unmittelbaren Umgebung, dabei sei der Bau mit seinem Ausmaßen und der Farbgebung aber „sehr stadtbildprägend“. Er kritisierte die Konstruktion aus „ehemaligen Schiffscontainern zweistöckig verschweißt und mit großen, glatten Holzplatten versehen“. Dennoch räumt der Grünen-Politiker ein, dass der Bau an sich betriebswirtschaftlich sinnvoll sei.

 „Diese Gestaltung ist absolute Forderung der Bauaufsichtsbehörde. Die Container dienen als Schallschutz“, erklärte Hartmut Tiegs mit dem Vorwurf konfrontiert. Die dunklen Aluminiumplatten außen seien lediglich Fassade. Es habe bereits Kritik gegeben, als die Container eine Woche lang noch „nackt“ da gestanden hätten. „Das sah wirklich schrecklich aus. Aber ich dachte, das wäre jetzt vorbei“, sagte er. „Wir machen hier alles, damit es sauber und ordentlich aussieht.“ Ein Maschendrahtzaun würde nicht besser aussehen, so Tiegs, weil sich im Innenhof der Recycling-Bereich befände. „Wenn das hier so herum fliegt, möchte das auch keiner sehen.“ Die Container dienen als Lager für die betrieblichen Abfälle – Styropor, Pappe, Metall oder Leuchtstoffröhren – bis diese zum Recyceln abgeholt werden.

 „Wie kann ohne Beteiligung der politischen Gremien ein solcher Bau im Innenstadtbereich genehmigt werden?“, fragte Landek beim Kreis. Es gebe schließlich für die Bauherren ausreichend Informationen für die gewünschte Baugestaltung in der Stadt.

 Bevor die Baugenehmigung im November 2014 erteilt worden sei, habe die Gemeinde ihr dazu erforderliches Einvernehmen erteilt, reagiert Britta Siefken, Leiterin der Bauaufsicht des Kreises. „Das Bauvorhaben befindet sich nicht im Geltungsbereich der besagten Gestaltungssatzung, so dass diese auch nicht anwendbar war.“ Eine politische Einbindung sei somit nicht erforderlich gewesen.

 Landek zeigt sich mit dieser Antwort vorerst zufrieden, möchte sich aber demnächst mit den Grenzen der Satzung befassen. „Wir sind hier auch noch nicht fertig“, macht Tiegs deutlich. Er plant auf dem Parkplatz einen Stein, aus dem Wasser sprudelt, und rundherum um das Gebäude Blumenkästen und Sitzbänke. Es soll eine Ladestation für E-Bikes und E-Mobile geben. Am 13. September wird hier ab 11 Uhr mit einem Tag der offenen Tür der Umzug gefeiert.

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