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Harfenklang und Trollsuppe

Flintbek Harfenklang und Trollsuppe

Zu einer Zeitreise lud die Kirchengemeinde Flintbek am vergangenen Wochenende ein. Anlass für das große Gemeindefest boten diesmal gleich zwei Jubiläen: der Guss des bronzenen Taufbeckens vor 500 Jahren sowie der Bau des hölzernen Glockenturms vor 400 Jahren.

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Quelle: Torsten Müller

Flintbek. Rund um die Kirche ging es an beiden Tagen mächtig mittelalterlich zu – Publikum hätte sich aber mancher gern mehr gewünscht.

 Die große Wiese um das alte Gotteshaus verwandelte sich in ein stattliches Heerlager mit prächtiger Unterhaltung, das Gemeindepädagoge Jens Nielsen organisiert hatte. An einer Stelle erklang am Sonntag plötzlich süße Harfenmusik mit allerdings gar nicht so frohen Hintergrund. Kirsten Freienstein zupfte die Saiten für die Melodie eines mittelalterlichen Totentanzes. Kulinarisch lockten Keltenfleisch, Trollsuppe und Zwergenwurst. Jes-Matthias Stahl vom Mittelalterverein Bordesholm zeigte Annika, Lucy und Sabedin, wie man aus Specksteinen Amulette fertigt.

 Plötzlich surrten Geschosse durch die Luft. Am Stand von Helge Witthohn aus Dithmarschen flogen Äxte und Messer auf eine Holzwand. „Man kann mit allen werfen, was schwer und spitz genug ist“, erläuterte er seinem jungen Publikum und demonstrierte seine Treffsicherheit sogar mit einem Spaten. Derweil führte Wolfgang Dose eine Gruppe von Interessierten durch die alte Kirche und erläuterte auf Plattdeutsch kenntnisreich und humorvoll das sehenswerte Innere.

 Traute Garlitz sah noch ganz beseelt aus. Die Flintbekerin hatte am Vormittag den sehr gut besuchten Tauferinnerungsgottesdienst mit Propst Stefan Block sowie den Pastoren Manfred Schade und Simone Sommer erlebt. Eine Jugendband begleitete die Feier musikalisch. Im kirchlichen Gemeindezentrum ermunterten die Konfirmanden Besucher dazu, sich an ihre Taufsprüche zu erinnern und auf Papier zu bannen. 85 dieser Sprüche hingen wellenförmig von der Decke. „Viele mussten erst mal länger überlegen, was ihr Taufspruch war“, beobachtete Konfirmand Richard Horstmann. Gleich daneben befand sich eine Ausstellung alter Taufkleider. „Das älteste stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts“, wusste Pastorin Sommer, die sich darüber freute, dass viele Flintbeker Familien zu dem Fest beigetragen haben.

 Neben Schmuckgegenständen aus Uganda war auch eine Bilderserie zu den Inschriften auf dem historischen Taufbecken zu sehen. Sie wurde 1515 in Kiel von dem Meister Reimer Jappe gefertigt. Weil er normalerweise Glocken goss, sieht das Becken einer umgedrehten Glocke ähnlich.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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