7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Im Solarboot über die Eider

Aprilscherz Im Solarboot über die Eider

Eine Schnapsidee wird Realität: Im Sommer wird das Solarschiff „Eider 1“ zwischen Wattenbek und der Blauen Brücke in Grevenkrug pendeln. Fünf Anlegestellen sind entlang der Eider geplant. An einigen Stellen im Eidertal muss der Fluss verbreitert werden. Am Freitag, 1. April, erhalten die Gemeinden den Genehmigungbescheid.

Voriger Artikel
Polizei rüstet sich für „Car-Freitag“
Nächster Artikel
Neue Ideen für den Bahnhof

Diese Visualisierung zeigt das Flachwasserboot, das künftig solarbetrieben und mit dem Namen „Eider 1“ Touristen sanft über die Eider fahren wird.

Quelle: Jens Büttner

Reesdorf. Auf der unter Denkmalschutz stehenden Blauen Brücke ist am Freitag, 1. April, gegen 11 Uhr ein kleiner Festakt vorgesehen. Die Bürgermeister der fünf Eidergemeinden erhalten den Bescheid für ihr Vorhaben, das den „sanften Tourismus“ im Eidertal voranbringen soll. Erste Anmeldungen für die Jungfernfahrt werden entgegengenommen.

„Nach einem Feuerwehrfest vor zwei Jahren kamen wir auf die Idee“, erzählt Bernd Jamrath, Bürgermeister in Reesdorf, in einem Pressegespräch. Bekannte hätten ihm von romantischen Bootstouren im französischen Rhonetal erzählt. „Das können wir auch hier bei uns, hatte ich damals gedacht“, fügt Wattenbeks Gemeindechef Sönke Schröder dazu. Das Projekt begann zu reifen.

Die Versorgungsbetriebe Bordesholm (VBB), die seit mehreren Jahren bereits auf regenerative Energien setzen, konnten für eine Mitarbeit gewonnen werden. „Bei solchen Dingen sitzen wir gerne mit im Boot“, machte VBB-Geschäftsführer Frank Günther deutlich. Als Sponsor erklärte er sich bereit, die Module für den Solarantrieb des Boots zu beschaffen. Die VBB versprechen sich eine hohe Werbewirkung.

Klaus Gronau, Bürgermeister in Grevenkrug, übernahm die zunächst schwierigen Gespräche mit den Naturschutzbehörden. „Nachdem sie aber feststellten, dass wir eine ganz sanfte Sache vorhaben, schwenkten sie auf unseren Kurs ein.“ Der Wasser- und Bodenverband Obere Eider ließ sich Bedenkzeit, stimmte aber auch Ende des Jahres dem lange Zeit geheim gehaltenen Projekt zu. Die Bürgermeister der Eidergemeinden Reesdorf, Wattenbek, Schmalstede, Brügge und Grevenkrug haben für den Betrieb in der vergangenen Woche die Vereinbarung zur Gründung der Obereidersolarschifffahrtsgesellschaft unterzeichnet.

Beim Schiff, das umgebaut werden soll, handelt es sich um ein zwölf Jahre altes Flachwasserboot. Ende April wird es nach Bordesholm gebracht. Für einen Schnäppchenpreis von 10000 Euro konnte es bei einer Auktion ersteigert werden. Es bietet zwölf Personen Platz. Die Fahrt von Wattenbek (Anlegestelle L49) bis zur Brücke soll 90 Minuten dauern. Ab Mitte Juni soll die „Eider 1“ an Wochenenden und Feiertagen fahren. Der Fahrpreis soll 9 Euro für Erwachsene betragen. Kinder und Rentner sollen kostenlos mitschippern dürfen. Der Tourismusverein Bordesholmer Land sieht das Projekt als Magnet für die Region.

Weitere Haltestellen des Solarboots auf dem Weg ins Eidertal sind am Museum Tor zur Urzeit in Brügge, Reesdorf an der Feuerlöschstelle, Schmalstede an der Fledermausbrücke. Die Blaue Brücke in Grevenkrug ist auch Wendestelle. Erste Probefahrten sind nach Absprache mit dem Wasser und Bodenverband und den Naturschutzbehörden im Mai geplant. Ende April soll die Eider an einigen Abschnitten schiffbar gebaggert werden. Bei extremen Niedrigwasser soll die Eider in Reesdorf mit einem Stauwehr aufgestaut werden.

„Eider1“ ist Aprilscherz

Das Solarboot „Eider 1“ bleibt natürlich eine Schnapsidee. Die malerische Eider wird natürlich nicht durch Ausbaggern für den sanften Tourismus schiffbar gemacht – das Gewässer bleibt weiterhin nur den Kanufahrern vorbehalten. Bei der Idee, Touristen von Wattenbek bis zur Blauen Brücke in Grevenkrug zu schippern, handelt es sich um einen Aprilscherz. Wenn die Meteorologen Recht behalten und sich der Frühling an diesem Wochenende zeigt, dürfte auf dem zehn Kilometer langen Rundweg im Eidertal, der im Juni 2001 eingeweiht, wurde, wieder viel los sein. Im Eidertal, das durch die Gletscher der Eiszeit geformt wurde, öffnet sich dem Erholungssuchenden eine einzigartige Kulturlandschaft.

 

Hier sehen Sie einige Impressionen aus dem Eidertal.

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3