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In der Spitze ist es eng

Führung in Flintbeks Kirchturm In der Spitze ist es eng

Über schmale Stiegen, alte Bohlen und durch enge Mauerdurchlässe führt Gemeindepädagoge Jens Nielsen Besucher in den 400 Jahre alten Turm der Flintbeker Kirche. Von dort wachte früher ein Türmer über das Dorf.

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Auf schmalen Treppen und Holzbohlen und vorbei an den Glocken führte Jens Nielsen eine Gruppe in den 35 Meter hohen Kirchturm.

Quelle: Beate König

Flintbek. „Sie betreten Räume, die sonst niemand sieht“, schürte Nielsen auf dem Rasen vor dem Eingang zum Turm die Neugier der vier Kinder und zwei Erwachsenen. Sicherheitsregeln vor der Erkundung der eckigen Holzkonstruktion, die 1615 mit einem Steinfundament an die 1223 erbaute Kirche angesetzt wurde: „Bleiben Sie in den Knien flexibel. Nehmen Sie sich die Zeit, die sie für die Stufen brauchen.“ Auch die Kirchengemeinde sicherte sich zur Premiere ab. Alle Teilnehmer unterschreiben, dass sie beim abenteuerlichen Weg himmelwärts selbst bei Unfällen haften.

 Über Sinneseindrücke holte Nielsen ein paar der Geschichten, die im 400 Jahre alten Turm stecken, in die Gegenwart. Mit einem Biss auf ein Paradieskorn, ein Gewürz des einfachen Mannes, das wie Pfeffer schmeckt, beginnt die Zeitreise. „Probieren Sie mal“, lädt Nielsen ein. „Die Schärfe des Gewürzes hielt früher von innen warm.“ Der Türmer, der vom Ausguck unterm Holzschindeldach Ausschau nach anrückenden Feinden oder Feuern hielt, wird sie wahrscheinlich benutzt haben. „Oben ist es zugig, im Winter kalt.“

 Nach einem Blick auf das Stein-Relief des Engels Michael, der als Beschützer mit Schwert über dem Eingang wacht, und einem Ausflug auf die Kirchenempore, auf deren Brüstung eingeritzte Namen die Sitzordnung der Reichen regelten, geht es zunächst auf die Glockenebene. Ein Besucher nach dem anderen klettert dafür die Leiter zum Dachboden hoch und schiebt sich durch einen schmalen, gerade mal hüfthohen Mauerspalt.

 „Jeden Tag zur Mittagszeit wurden die Glocken geläutet, dazu dienten sie als Warnung bei Feuer und natürlich, um Gläubige zum Gottesdienst zu rufen.“ sagt Nielsen. Bevor es das akustische Zeit-Signal aus dem Kirchturm gab, orientierten sich die Bauern nur am Stand der Sonne.

 Die drei Glocken hat Nielsen für die Führung vorsorglich stillgelegt. „Wenn sie schwingen, gerät das gesamte Gebälk in Bewegung, und sie sind sehr laut.“

 Das Licht ist schummrig, nur zwei Windschlitze lassen ein paar Sonnenstrahlen ein. Eine Ebene höher lässt sich eine Luke in der Außenwand öffnen. Am ehemaligen Arbeitsplatz des Türmers in rund neun Metern Höhe könnte der Blick weit ins Land schweifen. „Man müsste nur die Bäume schneiden,“ sagt Besucher Stephan von Eye.

 Zurück auf dem Rasen sagt Besucher William Watson (7): „Es war brillant.“ Sein Vater Mark Watson resümiert: „Durch kleine Löcher zum Turm krabbeln – das war wie ein Abenteuer.“ Nielsen will die Führung wiederholen.

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