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Scheidung oder zweiter Frühling?

Bredenbek Scheidung oder zweiter Frühling?

Die Gemeindepartnerschaft zwischen Bredenbek und Brandsbek in Mecklenburg-Vorpommern steckt in der Krise. Gerade zum 25-jährigen Bestehen der Kontakte scheinen die Bewohner das Bedürfnis nach weiteren Begegnungen verloren zu haben.

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Bredenbek schmückt sich mit zwei Partnern: Seit 1990 ist die Gemeinde mit Brandshagen (Mecklenburg-Vorpommern) und seit 2007 mit Walcott (USA) verbunden.

Quelle: Torsten Müller

Bredenbek. Diese Partnerschaft ist eine der vielen west-ostdeutschen, die sich nach dem Mauerfall 1989 gebildet haben. Im Frühjahr 1990 kam der Bürgermeister der damaligen Gemeinde Brandshagen auf die Bredenbeker zu. Der Wunsch nach einer Verbindung fiel in der Gemeindevertretung auf fruchtbaren Boden. Am 28. September 1990 besiegelten beide Seiten die Partnerschaft und verpflichteten sich, die Beziehungen auf kulturellem, wirtschaftlichem, sportlichem und kommunalpolitischem Gebiet „so intensiv wie möglich zu fördern“.

 Alt-Bürgermeister Gerhard Ehmke (SPD) erinnert sich noch gut an die häufigen Besuche seines Brandshagener Kollegen in Bredenbek. Auch das Amt Achterwehr half in Verwaltungsfragen mit Rat und Tat. Zu Stützen der Partnerschaft wurden die jeweiligen Feuerwehren und Sportvereine. Mehrstündige Autofahrten stellten seinerzeit kein Hindernis für die Begegnung dar.

 Doch mit den Jahren hat die Magnetwirkung nachgelassen. 2009 verschmolz Brandshagen mit sechs weiteren Gemeinden zur Großgemeinde Sundhagen. Bianka Möller (FWB), Vorsitzende des Gemeindepartnerschaftsausschusses, machte am Mittwochabend keinen Hehl aus ihrem Frust: „Ich habe den Eindruck, alles hat seine Zeit gehabt.“ Im Vorfeld der Jubiläumsfeier am 26. September in Brandshagen habe sie viel telefoniert und festgestellt, dass sich auf der anderen Seite kaum mehr jemand zuständig fühle. Eine Einladung habe Bredenbek noch nicht erhalten, sie komme erst kurzfristig. Für die anstehende Begegnung regte Bianka Möller einen Runden Tisch an, um zu klären, wie es mit der Partnerschaft weitergehen solle.

 Für Ernst-Jürgen Krey (SPD) klang das alles „nach Abgesang“. Bürgermeister Bartelt Brouer (SPD) sah das nicht so pessimistisch: „Vor Ort sind die Leute herzlich. Es liegt an beiden Seiten.“ Es sei die Frage, ob man nach 25 Jahren die Scheidung einreichen oder auf einen zweiten Frühling hoffen solle. Die Begeisterung für den Partner scheint auch bei den Bredenbeker nicht mehr so glühend zu sein. Statt mit vollem Bus wie beim vorigen Mal reisen sie jetzt zum Jubiläum nur noch mit einer Handvoll.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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