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Warten auf den Gottesdienst im Rinderstall

Gut Schierensee Warten auf den Gottesdienst im Rinderstall

Advent ist, wenn die Menschen zu den Rindviechern kommen. Jedenfalls auf Gut Schierensee, wenn Gastgeber Günther Fielmann traditionell am zweiten Advent den Rinderstall in eine Kathedrale verwandelt und gut 1000 Besucher aus dem Umland gemeinsam mit den Limousin-Rindern Gottesdienst feiern.

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Dagmar Scheumann, Erika Pschorn und Kristin Pschorn (von links) reservieren sich ihre Plätze im Rinderstall.

Quelle: Sven Janssen

Schierensee. Als sich zwei Stunden vor dem Gottesdienst die Stalltüren öffnen, warten schon an die 200 Besucher davor, um sich ihren Platz zu sichern. Mit Taschen, Beuteln, Schals und Decken werden Plätze reserviert. Das erinnert an den Pauschalurlaub am Strand, wo so manches Handtuch schon vor dem Frühstück reservierend auf der Sonnenliege landet. Der Gottesdienst hat mittlerweile Kultcharakter.

 „Wir sind schon seit 14 Uhr hier, um noch einen Platz im Stall zu bekommen“, sage Erika Pschorn, die mit ihrer Tochter Kristin und Freundin Dagmar Scheumann ganz vorne in der Reihe steht. Sie sichern sich mit Wolldecken ihre Plätze nah bei den Rindern. „Im vorderen Drittel ist es am besten“, meinen sie. Walter Nielsen und Artur Pfeiffer aus Grünental sitzen dahinter und passen auf die bedeckten Plätze auf, während sich die Damen draußen stärken. Auch die zwei haben gut eine Stunde vor der Tür gewartet. Jetzt warten sie auf ihre Frauen, damit sie auch noch mal nach draußen können, um sich mit einem Glühwein aufzuwärmen.

 Als der Kieler Pastor Matthias Wünsche um 17 Uhr die Rinderstallgemeinde zum mittlerweile 16. Mal begrüßt, liegt wieder der Duft vom Heu in der Luft und der Kieler Knabenchor stimmt Machet die Tore weit an. Gemeinsam mit dem Kieler Blechbläserensemble sorgt er für die musikalische Umrahmung der Feier, bei der Ministerpräsident Torsten Albig mit der Lesung einen Teil der Liturgie übernimmt.

 Es ist still, hier und da meldet sich eines der Rinder zu Wort. Landesbischof Gerhard Ulrich erinnert in seiner Predigt an den Heiligen Nikolaus als Schutzpatron der Seeleute und Kinder – und zieht Parallelen zu den Flüchtlingen, die in überfüllten Booten aus Angst vor Verfolgung und Gewalt aus ihrer Heimat fliehen und hier, ganz im Sinne des Nikolaus, auf Menschen treffen, die sie empfangen, ihnen das Nötigste verschaffen und mit ihnen teilen, was sie haben.

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