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Der Nachbar als Chauffeur

Groß Vollstedt Der Nachbar als Chauffeur

Was tun, wenn die Busfrequenz und das Transportbedürfnis der Bürger drastisch auseinanderklaffen? Die Lösung von Otto Christophersen vom Bürgerverein Groß Vollstedt: „Man fährt beim Nachbarn mit.“ Neben Groß Vollstedt entwickelt im Amt Nortorfer Land auch Timmaspe ein Mitfahrkonzept.

Wer am Schild „Mitfahrbank“ wartet, kann ab sofort darauf hoffen, dass ein Nachbar ihn im Auto mitnimmt. Lothar Lüder (von links), Bürgermeister Heinz Volkmann, Bavar Mohammed und Otto Christophersen stellen das Gemeinschaftsprojekt vor.

Quelle: bk

Groß Vollstedt/Timmaspe. An vier Bushaltestellen in Groß Vollstedt weisen 60 mal 80 Zentimeter große, neue „Mitfahrbank“-Schilder auf Mitfahr-Haltepunkte hin. Bürgermeister Heinz Volkmann weihte mit Ideengeber Christophersen, dem kreativen Gestalter, Maler Lothar Lüder, und Bavar Mohammed, einem der zukünftigen Nutzer, die Stopps entlang der Dorfstraße ein. Lüder entwarf als Logo eine weithin erkennbare Karikatur, die signalisiert: Wer dort steht, hofft, dass ein Dorf-Nachbar sein Auto anhält und zum Mitfahren einlädt.

 Um Ökologie gehe es bei der Einrichtung der neuen Bürger-Haltestellen vordergründig nicht, sondern um die Verbesserung der dörflichen Infrastruktur, so Christophersen. „Bei uns fahren hundert Mal so viele Autos wie Busse“, sagt Volkmann. Es reiche vollkommen, Passagiere bis nach Felde mitzunehmen, „dort gibt es einen guten Bahnanschluss“. Auch Direktfahrten bis nach Rendsburg, Nortorf, Kiel oder Neumünster seien möglich. „Die Idee ist uralt, früher hieß der Umschlagplatz für Mitfahrangebote und -gesuche roter Punkt“, so Volkmann. Erwünschte Nebeneffekte: Die Vernetzung der Dorfbewohner verbessert sich. Man lernt sich kennen, kann Termine abgleichen und regelmäßige Mitfahrten vereinbaren. „Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt,“ sagt Christophersen.

 Die Timmasperin Wiebke Klamma entwickelt derzeit unter dem Namen Einkaufstaxi ein ähnlich dorfgebundenes Mitfahrkonzept. Eine Motiv-Tragetasche soll Timmaspern helfen, nach dem Marktbesuch in Nortorf eine Mitfahrgelegenheit für den Rückweg zu finden und sich Wartezeit auf den Bus zu sparen. Der Motiv-Beutel macht am Busstopp stehende Dorfbewohner kenntlich. Nachbarn mit Auto können sie einsammeln und mit nach Hause nehmen.

 Dass das Prinzip Tasche als Erkennungsmerkmal funktioniert, weiß Holger Spießhöfer, Bürgermeister aus Langwedel. An fünf Haltestellen konnte man sich schon vor über einem Jahrzehnt aus der Gemeinde in Richtung Kiel oder Nortorf mitnehmen lassen. „Drei, vier Jahre hat das bei uns gut geklappt, dann schlief das Interesse ein.“ Eine der Taschen mit Gemeindewappen und der Aufschrift „Mobiles Langwedel“ hat er bis heute in der Garage aufbewahrt. Ein Erinnerungsstück. Die CDU, die den Mitfahrer-Beutel sponserte, gibt es nicht mehr.

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